9-Euro-Ticket-Nachfolger kommt – Doch für viele ist es zu teuer

Reisende warten an einem Bahnhof auf ihren Zug.
Symbolbild © istockphoto/William Barton

Das Ticket ist noch nicht auf dem Markt, da erntet es schon heftige Kritik. Der 9-Euro-Ticket-Nachfolger sei zu teuer, sagen viele. Und der Wohlfahrtsverband schaltet sich auch noch ein.

Das Deutschlandticket – so heißt der 9-Euro-Ticket-Nachfolger – ist noch nicht gar auf dem Markt, aber kritisiert wird es trotzdem schon. Viel zu teuer, heißt es da. Und unfair sei es auch noch.

Erstmal passierte lange Zeit nichts in der Diskussion um einen 9-Euro-Ticket-Nachfolger. Viele hatten ihn bereits abgeschrieben. Aber jetzt soll es kommen, das Deutschlandticket. Am 1. Mai ist es soweit.

Die Leute haben es herbeigesehnt, jetzt kommt es und es erntet Kritik. Es sei zu teuer und unsozial. Denn während einige Baden-Württemberger komplett kostenlos durch Deutschland werden reisen können, müssen die restlichen Deutschen trotzdem ihren Betrag von 49 Euro zahlen.

Kein würdiger Nachfolger

Egal, ob arm, ob reich, ob Kind, ob Greis. Das Ticket wird für alle 49 Euro kosten. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, bemängelt das. Während das 9-Euro-Ticket ein „mobilitätspolitischer Meilenstein“ gewesen sei, wäre das 49-Euro-Ticket „kein würdiger Nachfolger.“

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Im letzten Sommer konnten sich Menschen aller Schichten einen Urlaub leisten, Verwandte besuchen. Das 49-Euro-Ticket könne das nicht leisten. Man diskutiert in NRW zwar über Vergünstigungen bestimmter Personengruppen, aber ist das nach wie vor nur Zukunftsmusik.

Für viele nicht stemmbar

49 Euro, das sei für viele nicht stemmbar, findet Schneider. Letztes Jahr wurden 52 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft. Das war nicht nur sozial, sondern auch ökologisch. Das dürfe man vom 9-Euro-Ticket-Nachfolger, dem Deutschlandticket, nicht erwarten. Gerade in Zeiten der Inflation ist das für viele Menschen zu teuer.

Dass es nun auch noch am Wohnort hängen soll, inwiefern man vom neuen Ticket profitiert, ist ein Unding. „Das ist unfair“, so der Wohlfahrtsverband-Chef. Er fordert ein bundesweites Sozialticket, dass sich auch ärmere Menschen leisten und wieder durch das Land fahren können – so wie letzten Sommer.