Das wars: Neues Werk für E-Autos wird komplett geschlossen

Fertige E-Autos werden in einer Fabrik verpackt.
Symbolbild © imago/Uwe Meinhold

Ein neues Werk, in welchem E-Autos produziert werden sollten, musste vor Anfang der Produktion im Jahr 2024 schließen. Die Produktionsstätte erfüllte die europäischen Anforderungen nicht.

In einer unerwarteten Entscheidung hat der deutsche Autoteilehersteller Eberspächer beschlossen, sein neues Werk für E-Autos in Bulgarien komplett zu schließen. Dabei hatte die Produktion noch nicht einmal begonnen. Die Wahl, die Anlage in Ruse an die österreichische GG Group zu verkaufen, wurde getroffen, nachdem die Erwartungen bezüglich des europäischen Elektromobilitätsmarktes nicht erfüllt wurden.

Neues Werk für E-Autos muss vor Produktionsstart schließen

Das bereits fertiggestellte Projekt, das Anfang 2024 mit der Produktion von Heizungen für Elektroautos beginnen sollte, wird nun an einen anderen Beteiligten übergeben. Doch was hat zu diesem überraschenden Rückzug geführt? Die Antwort liegt in der Enttäuschung über die verlangsamte Entwicklung des E-Mobilitätssektors in Europa.

Noch im April 2023 schien alles nach Plan zu laufen. Damals feierte das Unternehmen die Grundsteinlegung für das 17.000 Quadratmeter große Gebäude. Die Erwartungen waren hoch: Das Werk sollte 180 neue Arbeitsplätze schaffen. Außerdem war die jährliche Produktion von 2,4 Millionen Fahrzeugheizungen geplant. Doch nun müssen diese Pläne aufgegeben werden, da die Nachfrage weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Angesichts dieser Herausforderungen bleibt dem Unternehmen keine andere Wahl, als sich zurückzuziehen und das Projekt einem anderen Partner zu überlassen.

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Große Umgestaltungspläne sind vorerst auf Eis gelegt

Stattdessen wird Eberspächer seine Produktion in einem kleineren Betrieb in Ruse fortsetzen, der zuerst nur als temporäre Lösung gedacht war. Ob das Unternehmen seine ehrgeizigen Umwandlungspläne realisieren kann, bleibt jedoch ungewiss. Die andauernde Krise im Bereich der E-Mobilität bringt weitere Probleme für das Unternehmen mit sich, auch wenn die Nachfrage nach Abgassystemen momentan höher ist als erwartet. Es bleibt abzuwarten, ob Eberspächer seine Strategie erfolgreich anpassen kann, um den sich ständig verändernden Marktbedingungen gerecht zu werden. Doch eines steht fest: Die Schließung dieses neuen Betriebs bedeutet das Ende eines Elektrotraums für den deutschen Autozulieferer. Sie wirft zudem Fragen über die Zukunft der Elektromobilität in Europa im Ganzen auf.