Kein Geld: Günstiges Deutschlandticket steht wohl vor dem Aus

Viele Menschen tummeln sich an einem Bahnsteig, an dem ein Zug steht.
Symbolbild © imago/Martin Wagner

Für Kunden gibt es nun eine schlechte Nachricht, denn das günstige Deutschlandticket steht wohl vor dem Aus. Es scheint einfach das Geld zu fehlen, um das Ticket zu finanzieren.

Nun scheint es endgültig besiegelt: Das günstige Deutschlandticket steht wohl vor dem Aus. Den Ländern fehlt einfach das Geld, um das günstige Ticket aufrechtzuerhalten. Wer die Finanzierung übernimmt, ist derweil unklar.

Deutschlandticket ist sehr beliebt

Zehn Millionen Menschen in Deutschland nutzen derzeit das Deutschlandticket. Etwa eine Million davon benutzen sonst das Auto oder das Fahrrad. Deswegen weist der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) darauf hin, dass sich das Ticket seit der Einführung im Mai 2023 etabliert hat. Dies zeige, dass es wesentlich zum Klimaschutz beitragen kann. Verschwindet das 49-Euro-Ticket, verschenke man das Potenzial, das es zum Schutz der Umwelt hat. Man müsse noch mehr Kunden dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen den Nahverkehr zu nutzen.

Die Finanzierung ist unklar

Das Problem ist jedoch das Geld. So zeigt sich der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann von den Grünen sehr besorgt um die Zukunft des Deutschlandtickets. Die Länder haben sich nur auf das 49-Euro-Ticket eingelassen, weil der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt. Er wirft der Regierung nun vor, dass „mitten in der Partie die Spielregeln geändert werden“. Dadurch reiße man eine große Finanzierungslücke in den Haushalt der einzelnen Länder.

Lesen Sie auch
Neue Handy-Blitzer kommen: Für Millionen Autofahrer wird es teuer

Damit meint der Verkehrsminister die vom Bundesfinanzministerium angekündigte Kürzung der Gelder für den Regionalverkehr. Das sind 350 Millionen Euro. Wenn einfach die Mittel weggekürzt werden, werde Geld fällig, dass überhaupt nicht da ist. Hermann vermutet, dass die 350 Millionen Euro von den Bundesmitteln im Jahr 2023 übrig bleiben und nach 2024 übertragen werden sollen. Das nennt er dreist und eine große Gefahr für das Deutschlandticket.

Auch für die Kunden ist es wichtig, dass man eine sichere und dauerhafte Finanzierungsperspektive für das 49-Euro-Ticket hat. Nur so könne man die Menschen dazu bewegen, auf den Nahverkehr umzusteigen. Bislang ist noch nicht geklärt, wer die möglichen Mehrkosten für das Ticket in 2024 tragen wird. Wahrscheinlich wird der bisherige Preis von 49 Euro angehoben.