Umstellung: Deutsche Bahn führt neue Pflicht für alle Fahrgäste ein

im Winter verlassen zwei Züge gerade einen Bahnhof.
Symbolbild © imago/Wolfgang Maria Weber

Mit dem neuen Jahr stehen auch wieder Änderungen auf dem Plan, denn die Deutsche Bahn führt nun eine neue Pflicht für alle Fahrgäste ein. Diese scheint aber vorwiegend Nachteile zu haben.

Und wieder führt die Deutsche Bahn eine Änderung ein, die ab dem neuen Jahr Pflicht für alle Fahrgäste wird. Während diese für die Kunden wohl eher Nachteile mit sich bringt, kann sie der Deutschen Bahn helfen. Das steckt hinter dieser Änderung.

Neue Pflicht ab 2024

Wer meist mit dem Zug unterwegs ist und häufig Strecken fährt, die von Kunden viel genutzt werden, reserviert sich nicht selten einen Sitzplatz. Schließlich will keiner riskieren, im Zug stundenlang stehen zu müssen. Gerade wenn die Verbindungen hoch frequentiert sind, besteht kaum eine Chance, einen Sitzplatz zu ergattern. Bei einer Sitzplatzreservierung bucht man die Sicherheit, dass man nicht stehen muss, einfach dazu. Außerdem ist die Reservierung eines Sitzplatzes freiwillig. Bis jetzt. Denn die Deutsche Bahn will ab nächstes Jahr eine Pflicht für alle Fahrgäste einführen.

Platzreservierung wird zur Pflicht

So soll jeder Fahrgast ab dem 1. Juni 2024 mit einem Zugticket auch einen Sitzplatz reservieren. Diese Buchungspflicht soll laut bisherigen Informationen für fast alle internationalen Zugverbindungen gelten. Wer also mit dem Zug ins Ausland reisen will, sollte diese Änderung unbedingt beachten. Die Buchungspflicht gilt jedoch nur für eine gewisse Zeit, nämlich vom 1. Juni bis zum 1. September.

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Die Deutsche Bahn führt diese Pflicht für ihre Fahrgäste ein, weil von Mitte Juni bis Mitte Juli die Fußball-EM der Männer stattfindet. Sie wird in zehn deutschen Städten ausgetragen. Die Bahn rechnet mit einer sehr viel höheren Auslastung der Züge als zu anderen Zeiten.

Reservierungspflicht nicht neu

Bei der Deutschen Bahn ist es jedoch nicht neu, dass Sitzplätze auf internationalen Strecken reserviert werden müssen. Für die Verbindungen nach Paris oder Polen ist dies schon lange gang und gäbe. Saisonal verpflichtend ist dies auch schon bei Verbindungen nach Dänemark, Italien und den Niederlanden. Nun kommen ab dem 1. Juni 2024 noch die vier Länder Belgien, Österreich, Schweiz und Tschechien hinzu.

Die Sitzplatzreservierung bringt jedoch einen entscheidenden Nachteil für die Kunden mit sich. Denn wer seinen Anschluss-Zug verpasst – zum Beispiel weil ein Zug sich verspätet oder komplett ausfällt – muss seinen Sitzplatz auf einen neuen Zug umbuchen. Wie lange dies dauern wird, ist noch unklar. Es kann natürlich auch sein, dass man auf den nächsten reservierungspflichtigen Zug warten muss. Spontan umsteigen geht dann nicht mehr.