Verkehrswende: „Gesamte Innenstadt soll durch Fahrradstraßen ersetzt werden“

radfahrer demo auf straße
Symbolbild © istockphoto/PhilipPilosian

Autos sollen in Zukunft verbannt werden, für die neue Verkehrswende soll es immer mehr Rechte für Radfahrer geben.

Zu dritt nebeneinander radeln und sich unterhalten, ohne dass Autofahrer drängeln dürfen? Fahrradstraßen ermöglichen Radfahrern dieses Vorrecht.

Auch in Rheinland-Pfalz ist im Sinne einer klimafreundlichen Verkehrswende in immer mehr Städten das blau-weiße Schild für Fahrradstraßen mit maximal Tempo 30 zu sehen.

Das hier erlaubte Radeln nebeneinander bildet den Unterschied zu Tempo-30-Zonen. Dort ist das nur zulässig, wenn nicht der Verkehr behindert wird. Fahrradstraßen wiederum dürfen abgesehen von E-Scootern und Tempo-25-E-Bikes nur von anderen motorisierten Fahrzeugen benutzt werden, wenn Zusatzzeichen dies erlauben.Bei einer Online-Beteiligung der Stadt Kaiserslautern, die nach eigenen Angaben eine Fahrradstraße hat, eine weitere plant und an die Einrichtung von noch mehr Fahrradstraßen denkt, hat im Mai der Nutzer Konrad ohne Nennung seines Nachnamens geschrieben: «Ich spreche mich für mehr Projekte wie dieses aus! Am besten sollte die gesamte Innenstadt durch Fahrradstraßen ersetzt werden.» Es gelte, «von einer autofreundlichen zu einer menschenfreundlichen Stadt zu kommen».Auch der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz urteilt: «Geeignete Fahrradstraßen können ein gutes Signal für die Verkehrswende sein.» Allerdings könne nicht jede Straße dafür umgewidmet werden: «So sollte Kfz-Verkehr nur im geringen Maß vorhanden sein und es möglichst keinen Parksuchverkehr geben, so dass der Verkehrsfluss nicht dadurch gestört wird.» Wichtig sei in Kommunen ein Gesamtkonzept zur Förderung des Radverkehrs mit genügend Verkehrsflächen und entsprechenden Bodenmarkierungen für Fahrräder.Landesverkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) betont: «Es ist gut, dass die Kommunen verstärkt in ihre Radinfrastruktur investieren und passgenaue Lösungen entwickeln.» Das Land unterstütze die Gemeinden dabei finanziell – teils auch sehr umfangreich.Während Fahrradstraßen laut dem ADAC bundesweit bereits seit 1997 ausgewiesen werden können, ist dies bei Fahrradzonen mit den gleichen Regeln in einer ganzen Zone erst seit 2020 möglich. Als eine Vorreiterin tritt hier die Stadt Speyer auf. Ihre zwei bestehendenFahrradstraßen sollen laut dem Rathaus noch in diesem Jahr mit drei weiteren Straßen zu einer Fahrradzone zusammengefasst werden.Worms hat 2020 eine Fahrradstraße als Pilotprojekt eingerichtet. Der Autoverkehr hat sich laut einem Sprecher seitdem deutlich verringert – und der Radverkehr fast verdoppelt. Auch Trier hat nach eigenen Angaben seit 2018 eine 750 Meter lange Fahrradstraße und plant die Ausweisung weiterer solcher Verkehrswege.In Ludwigshafen ist nach eigenen Angaben eine 150 Meter lange Sackgasse als Fahrradstraße ausgewiesen. Bei weiteren Straßen werde diese Umwidmung geprüft. Grundsätzlich werde diese Förderung des Radverkehrs begrüßt. Nur zwei Prozent Anteil am Verkehr haben Radfahrer in der Sieben-Hügel-Stadt Pirmasens, wie ein Sprechermitteilt. Noch gebe es hier keine Fahrradstraße. Bei einem künftigen Radverkehrskonzept werde aber geprüft, wo solche Flächen ausgewiesen werden könnten. Auch die ebenfalls hügelige Stadt Zweibrücken will nach eigener Aussage im Rahmen eines Mobilitätskonzepts bis 2023 analysieren, inwieweit hier eine Fahrradstraße realistisch ist. /dpa

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