Viele ahnungslos: Blaue Säule am Straßenrand ist keine Radarfalle

Am Straßenrand einer Bundesstraße oder Landstraße steht eine blaue Säule, eine Maut-Kontrollsäule. Im Vordergrund steht das Verkehrsschild
Symbolbild © imago/Klaus Martin Höfer

Jeden Tag kommt es in Deutschland zu unzähligen Verwechslungen. Denn viele halten diese blaue Säule fälschlicherweise für eine Radarfalle. Die Aufklärung dahinter ist eigentlich ganz einfach.

Viele Autofahrer in Deutschland denken, dass die blaue Säule am Straßenrand eine Radarfalle ist. Doch mit Geschwindigkeit hat dieses Messgerät gar nichts zu tun. Interessanterweise kennen nur die wenigsten die Bedeutung dieses Objektes.

Tägliche Verwechslungen

Im Zweifel ist langsamer zu fahren natürlich sicherer als zu schnelles Fahren. Aber wenn man plötzlich einen Blitzer sieht, tritt man auch schon einmal abrupter auf die Bremsen. Das ist nicht nur ein Schock für andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch recht gefährlich. Bei einer blauen Säule am Straßenrand sind die verwirrenden Bremsmanöver zudem unnötig, weil es sich bei ihr um gar keine Radarfalle handelt. Es ist Zeit, die Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, denn: PKWs müssen sich bei diesem Verkehrszeichen überhaupt keine Sorgen machen.

Es macht auch keinen Unterschied, ob man einen klassischen Verbrenner fährt oder ein modernes E-Auto – vielleicht bis auf die Tatsache, dass die Hälfte aller E-Auto-Besitzer ihren Kauf inzwischen bereuen. Solange es ein PKW ist, muss man der blauen Säule, die fälschlicherweise so viele Fahrer für eine Radarfalle halten, tatsächlich überhaupt keine Beachtung schenken. Denn diese nicht ganz so alltägliche Messvorrichtung richtet sich nur an LKW-Fahrer. Und die müssen ihre Maut-Gebühren bezahlen.

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Blaue Säule ist keine Radarfalle

Eigentlich ist die blaue Farbe dazu da, damit man die Säule gut von anderen Verkehrseinrichtungen unterscheiden kann. Die meisten PKW-Fahrer gehen hier trotzdem zu Sicherheit in die Bremsen. Zudem dient die blaue Säule nichts anderem als der Erfassung der Mautgebühren für LKW und andere schwere Fahrzeuge auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen. Die Mautsäulen können die Maut elektronisch erfassen. Das tun sie entweder über On-Board-Units (OBU) im Fahrzeug oder durch Erkennen des Kennzeichens mittels Kameras.

Somit finden die Behörden schnell und unkompliziert heraus, ob die schweren Fahrzeuge ihre Gebühren bezahlt haben. Schließlich benötigt man dieses Geld, um Straßen zu bauen beziehungsweise instand zu halten. LKW-Fahrer, die nicht rechtzeitig die Zahlung ihrer verpflichtenden Maut gewährleisten können – oder das Unternehmen, für das sie arbeiten – zahlen Bußgelder. Somit ist die blaue Säule eine praktische Kontrollinstanz im deutschen Straßenverkehr, aber keine Radarfalle.