Zu wenig Ladesäulen: E-Mobilität droht zu scheitern in Deutschland

Zwei schwarze elektrische Autos stehen nebeneinader und parken. Sie beide an einer Ladestation für Elektrofahrzeuge angeschlossen und laden ihre Batterien auf.
Symbolbild © imago/Rolf Poss

Die E-Mobilität wird sich nie durchsetzen können, wenn die Infrastruktur nicht mitzieht. Trotzdem gibt es weiterhin zu wenig Ladesäulen in Deutschland. Wie man damit jetzt umgeht, ist im Folgenden vermerkt.

Auf dem Weg zur E-Mobilität muss Deutschland sich die nächste Pleite eingestehen. So wie angedacht, gehen unsere ambitionierten Ziele nämlich nicht auf. Ein weiteres Problem, warum der Plan zu scheitern droht: Es gibt zu wenig Ladesäulen.

E-Mobilität könnte scheitern

Aus der Welt der E-Autos hört man zurzeit leider nur noch schlechte Nachrichten. Sogar bei diesem Pionier kam es kürzlich erst zu Massenentlassungen. Aber hierzulande haben wir zusätzlich mit einer Angelegenheit zu kämpfen, für die weder Hersteller noch Verbraucher etwas können. Wenn weiterhin zu wenig Ladesäulen auf Deutschlands Straßen stehen, wird die E-Mobilität hier auf ewig Zukunftsmusik bleiben.

Obwohl sich Deutschland gern als Vorreiter der Energiewende sieht, hinkt die Durchsetzung der E-Autos entschieden hinterher. Die Leute haben entweder keine Lust oder kein Geld für einen Stromer. Und dann hat der Bund auch noch vor knapp einem halben Jahr plötzlich und unerwartet die Förderung für E-Autos gestrichen. Das macht Verbraucher stutzig. Peinlich ist es zudem, zu erfahren, dass wir sowieso nach wie vor zu wenig Ladesäulen haben. CO₂-Emissionen zu reduzieren ist das Ziel, und E-Mobilität klingt schick. Aber um die infrastrukturellen Voraussetzungen kümmert sich niemand. Bedauerlicherweise könnte daher ein so halbherzig angegangenes Projekt scheitern.

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Während es in Deutschland so aussieht, als ob man einfach darauf hofft, dass sich am Ende des Tages doch noch jeder für ein E-Auto entscheidet, sieht der ACEA das entschieden anders. Der Interessenverband der europäischen Automobilhersteller (l’Association des Constructeurs Européens de l’Automobile) weckt jetzt auf, denn er weiß: So kann es mitnichten weitergehen. Das Problem ist so wie der ACEA es betrachtet zwar ein europäisches, aber anfangen muss man jetzt überall.

Zu wenig Ladesäulen

Ein paar Zahlen zeigen mehr: 2023 hat man in Europa 153.000 öffentliche Ladestationen errichtet. Und es ist das, wonach es klingt: viel zu wenig. Eine EU-Kommission alarmiert, dass es 410.000 pro Jahr sein müssten. Und der ACEA setzt einen obendrauf: 1,4 Millionen neue Ladestationen müssten in Europa jedes Jahr entstehen. Die Zahlen zeigen deutlich, wie sehr die EU an zu wenigen Ladesäulen leidet. Somit betrifft die aktuelle Lage nicht nur Deutschland, aber besser macht es die Situation auch nicht. Heute werden trotz der Krise 18-mal mehr E-Autos verkauft als vor sieben Jahren. Dennoch gibt es nur sechs mal so viele Ladesäulen wie damals. Es muss sich etwas ändern. Nur so klappt es mit der E-Mobilität.