Affenpocken-Ausbreitung auf Menschen: 21-Tage Isolation für Infizierte

Affenpockenvirus unter dem Mikroskop
Elektronenmikroskopische Aufnahme des Affenpockenvirus. ( Robert Koch-Institut (RKI)).

Auch in Baden-Württemberg gibt es die ersten Fälle von Affenpocken, jetzt spricht der Gesundheitsminister eine „dringende Empfehlung“ aus.

In Baden-Württemberg gibt es einen zweiten Affenpocken-Fall. Die bereits bekannte Kontaktperson habe Symptome und sei am Mittwoch positiv auf Affenpocken getestet worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Freitag mit.

Die Kontaktperson war demnach bei der Reise des Affenpocken-Patienten aus dem Ortenaukreis dabei und befindet sich in Isolation.Neue, enge Kontaktpersonen seien nicht dazugekommen, hieß es. Auch weitere Infektionsfälle oder Verdachtsfälle gebe es in Baden-Württemberg mit Stand Freitagmorgen nicht.Das Gesundheitsministerium hatte am Montag über eine Infektion mit Affenpocken in Baden-Württemberg informiert. Ein Reiserückkehrer aus Spanien, der im Ortenaukreis wohnt, wird seit vergangenem Sonntag im Uniklinikum Freiburg behandelt. Die Person hatte zunächst Fieber, Husten und wies typische Hautveränderungen auf. Das Uniklinikumwollte in den Folgetagen den Infektionsfall auf die Variante des Affenpocken-Virus untersuchen.In Deutschland waren laut Robert Koch-Institut zuletzt (Stand 25.5.) rund zehn Fälle bekannt. Im Laufe des Mai haben immer mehr Länder Fälle von Affenpocken gemeldet.Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich.Folgen einer überstandenen Infektion können Narbenbildung und selten auch Erblindung sein.

Lesen Sie auch
Erstmals: Begegnung mit Bären in einigen Wäldern Deutschlands

Lauterbach fordert: Mindestens 21 Tage Isolation bei Affenpocken

Zum Eindämmen der ersten Fälle von Affenpocken in Deutschland soll für Infizierte generell eine angeordnete Isolation von mindestens 21 Tagen empfohlen werden.

Das sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Rande des Deutschen Ärztetages in Bremen. «In den frühen Phasen einer Epidemie muss hart und früh reagiert werden.» Die Empfehlung sei zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt worden. Auch Kontaktpersonen von Infizierten sollen 21 Tage in Quarantäne. /dpa