Beliebter deutscher Freizeitpark nimmt hunderte Flüchtlinge auf

Besucher passieren die Weggabelung eines Freizeitparks.
Symbolbild © IMAGO/Jürgen Ritter

Pünktlich zur kalten Jahreszeit ermöglicht dieser Freizeitpark die Unterbringung von Flüchtlingen. Gleich mehrere hundert geflohene Menschen wird er bei sich aufnehmen. Inwiefern das den Betrieb beeinflusst, erfährt man hier.

Vergnügungsparks sind eine tolle Sache. Immer wieder bieten sie Besuchern und Familien die ausgefallensten Attraktionen. So wird es zum Beispiel jetzt im Winter im Europa-Park zu einem ganz speziellen Event kommen. Aber dass sich solch eine Spaß-Einrichtung auch sozial engagiert, ist relativ neu. Dieser Freizeitpark tut es und nimmt hunderte Flüchtlinge bei sich auf. Wo werden diese schlafen?

Freizeitpark bringt Flüchtlinge unter

Jeder, der Kinder hat, wird schon mal von Karls Erlebnis-Dorf gehört haben. Und auch bei Kinderlosen klingelt es, wenn vom berühmten „Karls Erdbeerhof“ die Rede ist. 2003 gründete Robert Dahl den ersten dieser speziellen Erlebnis-Dörfer in Mecklenburg-Vorpommern. Seitdem ist eine Kette und mit ihr eine umschwärmte Attraktion entstanden. Die Erdbeerhöfe sind einfach überall beliebt. Und jetzt setzt Gründer Dahl noch einen drauf – er wird zum Samariter. Insgesamt 600 Flüchtlinge wird er in seinem exquisiten Freizeitpark bei sich aufnehmen.

In der Nähe von Rostock, im Hof in Rövershagen, wird man die geflüchteten Menschen nun unterbringen. Dies ist auch der „Original-Hof“, der bereits seit zwanzig Jahren existiert. Aber in diesem Fall geht es den Besuchern nicht ums Erdbeerpflücken oder andere Freizeit-Aktivitäten, sondern ums schlichte Überleben. Da dem Land Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeiten zur Unterbringung fehlen, hatte man Robert Dahl angefragt. „Klar“, hat der gesagt. Es gebe auf seinem Hof nämlich eine Menge Schlafplätze, die zurzeit nicht genutzt werden. Um diese jetzt winterfest zu machen, steuere auch Mecklenburg-Vorpommern noch einmal 1,2 Millionen Euro bei.

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Für den Winter

Die Flüchtlinge werden in dem Freizeitpark nämlich gar nicht in den Ferienhäusern der üblichen Gäste schlafen. Denn Karls Erdbeerhof besitzt noch drei Hostels, die normalerweise von Erntehelfern genutzt werden. Da diese aber bis April ohnehin leer stehen, hat er diese den Bedürftigen zur Verfügung gestellt. Eine tolle Geste, wie wir finden. Wie es dann weitergehe, wenn die Angestellten wieder arbeiten werden, wisse man noch nicht. Bevor im nächsten Jahr auch die Familien und Touristen für ihre unterhaltsame und erlebnisreiche Zeit anrücken, möchte das Bundesland eine Lösung finden. Hoffen wir, dass alles gut gehen wird.