Deutscher Chemieriese in Krise: Über 100.000 Mitarbeiter betroffen

Eine Fahrrad-Fabrik in den Niederlanden aus der Luft.
Symbolbild © istockphoto/Remke Luitjes

Ein deutscher Chemieriese steckt in der Krise, sodass nun Maßnahmen umgesetzt werden müssen, von denen über 100.000 Mitarbeiter betroffen sein werden. Kündigungen sollen dabei das letzte Mittel sein, so der Konzern.

Da ein deutscher Chemieriese in der Krise steckt, müssen jetzt Maßnahmen umgesetzt werden. Für viele Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie um ihre Jobs bangen müssen. Der Konzern hat jedoch angekündigt, dass Kündigungen das letzte Mittel sein werden.

Chemieriese steckt in der Krise

Schon seit einiger Zeit steckt der deutsche Chemieriese Bayer in der Krise, sodass nun erste Konsequenzen folgen. Laut Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin Heike Prinz sollen diese den Handlungsspielraum des Konzerns schnell und nachhaltig verbessern und die Leistungsfähigkeit steigern. In diesem Rahmen findet in den kommenden Monaten ein Stellenabbau statt. Dieser soll hauptsächlich die Führungsebene und Mitarbeiter mit Koordinationsaufgaben treffen. Man strebe auf diese Weise das sogenannte „Dynamic Shared Ownership“ an. Das bedeutet, dass Bürokratie und Hierarchien abgeflacht werden und Entscheidungen damit schneller getroffen werden können.

In einer gemeinsamen Erklärung des Vorstandes und der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat vom 17. Januar werden betriebsbedingte Kündigungen nur bis Ende 2026 ausgeschlossen. Die Lage sei laut den Vorsitzenden des Betriebsrates sehr ernst.

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Stellenabbau hat schon begonnen

Der Abbau überflüssiger Jobs hat schon begonnen und soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Dies trifft insbesondere Führungskräfte und Mitarbeiter mit Koordinationsaufgaben. Es ist jedoch noch unklar, ob und inwieweit die fünf Standorte Bergkamen, Dormagen, Hürth-Knapsack, der Hauptsitz in Leverkusen und Wuppertal betroffen sind. Weltweit beschäftigt Bayer 101.000 Mitarbeiter, allein in Deutschland ca. 22.200 Beschäftigte.

Doch die Menschen stehen in dieser schwierigen und auch bitteren Situation nicht allein da. So bekommen sie von Bayer Unterstützung bei der externen Vermittlung und eine sechsmonatige Bedenkzeit für eine persönliche Neuorientierung. Außerdem können sich Mitarbeiter über die „Future Skills Akademie“ individuell weiterqualifizieren. Zudem bekommen die Betroffenen gestaffelte Aufhebungsverträge. Mit dem Jahr 2026 läuft zwar auch der Kündigungsschutz aus, trotzdem will man Kündigungen nur im äußersten Notfall einsetzen. Sie sollen das letzte Mittel der Wahl sein.