Dunkle Wolken bei Bosch: Tausenden Stellen droht Aus – „Eskalation“

Der Standort vom Unternehmen Bosch in Baden-Württemberg. Bei Bosch droht nun Tausenden Stellen das Aus.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Die dunklen Wolken über Bosch wollen nicht weiterziehen, denn jetzt droht Tausenden Stellen das Aus. Eine Eskalation ist kaum noch vermeidbar. Alle Infos dazu gibt es in diesem Artikel.

Bei Bosch droht nun Tausenden Stellen das Aus. Dies ist eine schwere Zeit für die Mitarbeiter und eine Eskalation ist kaum noch vermeidbar.

Schlechte Nachrichten reißen nicht ab

Das neue Jahr begann für die Mitarbeiter von Bosch schon mit einer wahren Flut schlechter Nachrichten. Mehr als 3.000 Stellen will das Unternehmen in der umsatzstärksten Sparte, der Automotive-Branche, in den nächsten Jahren streichen. Die Streichung der Stellen betrifft inzwischen auch den Geschäftsbereich der Elektrosparte. Hier soll auch kräftig gestrichen werden. Außerdem hat der Technologiekonzern weitere Einsparungen verkündet. So sollen auch die Tochtergesellschaft BSH, die Haushaltsgeräte herstellt, und der Maschinenbauer Bosch Rexroth in Schweinfurt zukünftig von Stellenstreichungen betroffen sein. Nicht nur die Mitarbeiter, auch der Betriebsrat und die IG Metall sind entsetzt.

Betriebsrat und IG Metall werfen Bosch-Leitung Fehlverhalten vor

Am 20. März haben daher der Betriebsrat und die IG Metall zum bundesweiten Protest aufgerufen. Ein wichtiger Grund sei, dass der Abbau der Stellen nicht aus dem Grund beschlossen wurde, weil es dem Konzern finanziell schlecht geht und er deswegen Einsparungen vornehmen muss. Unter dem Motto „Stoppt den Kahlschlag bei Bosch!“ legt die IG Metall die konkreten Pläne dem Unternehmen vor. Tausenden Stellen würde bei der Realisierung das Aus drohen. Und die Gewerkschaft wird konkret. „1.500 Stellen in Feuerbach und Schwieberdingen, 950 Stellen in Leonberg, Abstatt, Renningen und Hildesheim, 500 Stellen in Reutlingen, Salzgitter und Ansbach“ sollen nach der Planung dem Abbau zum Opfer fallen. Und dies ist nicht das einzige Problem. Denn die Gewerkschaft wirft der Leitung vor, die Verhandlungen absichtlich abzubrechen, 40-Stunden-Verträge in den Standorten Feuerbach und Schwieberdingen zu kündigen und gegen Betriebsvereinbarungen in Ansbach und Bühl zu verstoßen.

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Daher fordern der Betriebsrat und die IG Metall die Führung auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und Lösungen gemeinsam mit den Mitarbeitern und nicht gegen sie zu finden. Außerdem solle sich die Führung an die Vereinbarungen halten und aufhören, die 40-Stunden-Verträge zu kündigen. Stefan Hartung, der Bosch-Chef, sieht jedoch in den kursierenden Zahlen zum Stellenabbau nur eine ungefähre Größenordnung. Er bekräftigt, dass man im Sinne der Mitarbeiter handeln wolle und geplant habe, den Abbau der Stellen sozial verträglich zu gestalten. Derzeit bleibt die Situation für die Angestellten allerdings so unbefriedigend wie ungewiss.