Menü günstiger: Erstes Restaurant stellt sich gegen Preiserhöhung

Köche in großer Restaurantküche während der Arbeit. Ein Restaurant bei Karlsruhe plant seine Wiedereröffnung.
Symbolbild © istockphoto/Hispanolistic

Ein erstes Restaurant stellt sich jetzt gegen die allgemeine Preiserhöhung in der Gastronomiebranche und bietet ein Menü sogar günstiger an. Der Wirt will damit ein Zeichen setzen und ruft die Branche dazu auf, es ihm gleich zu tun.

Ein erstes Restaurant zieht nun bei der allgemeinen Preiserhöhung nicht mit und bietet seinen Gästen sogar ein Menü günstiger als zuvor an. Der Wirt ruft die gesamte Gastronomiebranche dazu auf, ein Zeichen zu setzen und es ihm gleich zu tun.

Gastronomie leidet unter Mehrwertsteuer-Erhöhung

Dass die Mehrwertsteuer für Gerichte, die vor Ort verzehrt werden, ab dem 1. Januar 2024 wieder auf 19 Prozent erhöht wurde, ist nichts Neues. Auch die Proteste der Branche, dass die Gäste ausbleiben werden und zahlreiche Lokalitäten schließen müssen, sind nicht neu. In den sozialen Medien beschweren sich viele Gastronomiebetriebe, dass sie die erhöhte Mehrwertsteuer auf die Gäste umlegen müssen und dadurch das Essengehen zum Luxus wird. Auch die Gäste selbst sind alles andere als erfreut über die Entwicklung.

Ein Wirt macht es anders

Ein Spitzenkoch aus Berlin, Björn Swanson, setzt in dieser Krise jedoch ein Zeichen und reduziert ein Menü sogar von 134 auf 99 Euro. Er kenne die allgemeinen Schwierigkeiten der Gastronomie und betont, dass das auch an keinem spurlos vorübergehe – weder an den Kunden noch an den Kollegen. Er weist auch darauf hin, dass nicht nur die Gastronomiebranche in der Krise stecke, sondern viele weitere Branchen ebenfalls. Die Gastronomie habe nur eine größere Reichweite. Und die solle man nicht fürs Meckern und Jammern nutzen, sondern wieder für etwas, für das die Gastronomen stehen: für Kreativität und Mutigsein.

Er will dabei nicht so verstanden werden, dass man nichts sagen dürfe. Natürlich sei es richtig, auf die Missstände und das Versagen der Politik hinzuweisen. Aber als Gastronom dürfe man nicht nur jammern, sondern müsse auch Lösungen anbieten. Schließlich übertrage sich das auch auf die Kunden. Diese überlegen sich auch in Zukunft, wo und wofür sie das Geld am liebsten ausgeben wollen. Daher führe eine Erhöhung der Preise nicht zum Ziel. Aus diesen Gründen stellt sich sein Restaurant gegen eine allgemeine Preiserhöhung. Damit er den Verlust seiner Preisreduzierung ausgleichen kann, hat sein Restaurant einfach an sechs anstatt bisher fünf Tagen geöffnet.