Nach 100 Jahren: Deutsche Traditionsfirma pleite mit 800 Arbeitern

In einer Gießerei schütten zwei Arbeiter aus einem riesigen Kessel heißen flüssigen Stahl in einen anderen Behälter. Zum Schutz vor der Hitze tragen sie spezielle Handschuhe.
Symbolbild © imago/ITAR-TASS

Nach über 100 Jahren ist nun eine weitere deutsche Traditionsfirma mit 800 Arbeitern pleite. Damit trifft es eine weitere Branche und ein weiteres großes Unternehmen, das nun Insolvenz anmelden muss.

Nach über 100 Jahren muss nun eine deutsche Traditionsfirma mit 800 Mitarbeitern die Segel streichen. Damit erwischt es eine weitere Branche und ein großes Unternehmen, das den Weg der Insolvenz gehen muss. Was dies für die Mitarbeiter bedeutet, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Alte Probleme, neue Branche

Dass die Wirtschaft unter dem veränderten Konsumverhalten der Verbraucher aufgrund der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreie enorm leidet, ist schon seit Monaten keine Neuigkeit mehr. Dass aufgrund dessen immer mehr Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, weiß inzwischen auch jeder. Doch nun trifft es eine weitere Branche, von der man eigentlich angenommen hatte, dass die Nachfrage immer bestehen bleiben würde. Das Problem sind auch hier die gestiegenen Energiepreise. Abhängig vom Produkt, das hergestellt wird, spürt so mancher Konzern die Last dieser Preissteigerung mehr als andere.

Traditionsfirma mit 800 Arbeitern strebt besonderes Verfahren an

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Insbesondere in Herstellungsprozessen, bei denen zum Beispiel hohe Temperaturen benötigt werden, merkt man die Kosten für Energie und Rohstoffe extrem. Das trifft auch auf die Sachsen Guss GmbH in Chemnitz zu, die nun aufgrund der hohen Energie- und Rohstoffpreise die Segel streichen und Insolvenz anmelden musste. 790 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen und stellt hauptsächlich Eigengussformen für Maschinen her. In den letzten Jahren sprang die Firma auf den Zug der Windenergie auf und stellte Teile für Windturbinen her. Dieser Markt sei jedoch laut den Verantwortlichen aufgrund der hohen Energie- und Rohstoffpreise eingebrochen. Dies bringt nun auch die Sachsen Guss GmbH in enorme Schwierigkeiten.

Begegnen will die Unternehmensführung der Pleite mit dem Schutzschirmverfahren, das auch schon andere Unternehmen erfolgreich für sich nutzen konnten. Zumindest an Aufträgen scheint es der Traditionsfirma nicht zu mangeln, denn sie macht einen jährlichen Umsatz von 127 Millionen Euro. Den Mitarbeitern und der Region wünschen wir, dass das Verfahren erfolgreich abgeschlossen wird und die Sachsen Guss GmbH weiterhin existieren kann.