Nach über 150 Jahren: Traditionsfirma muss Insolvenz anmelden

Die Front eines geschlossenen Ladens
Symbolbild © istockphoto/steved_np3

Die Hiobsbotschaften überschlagen sich zurzeit. Nach über 150 Jahren meldet diese Traditionsfirma nun Insolvenz an. Und das könnte auch das Ende eines äußerst beliebten Kult-Produkts bedeuten.

Leider weiß jeder, wie es um die deutsche Wirtschaft bestellt ist – nämlich gar nicht gut. Geschäfte schließen reihenweise, denn die Kunden bleiben aus. So gut wie kein Unternehmen ist mehr geschützt vor der aktuellen Lage – auch nicht solche, die es seit mehr als 150 Jahren gibt. Jetzt muss diese bekannte Traditionsfirma Insolvenz anmelden. Wie geht es weiter und was passiert mit dem von dem Unternehmen hergestellten Kult-Produkt, das wirklich jeder kennt?

Deutscher Hersteller vor dem Aus

Die Krise betrifft jeden, die Kunden genauso wie die Unternehmen. Da den Verbrauchern in diesen Tagen das nötige Kleingeld fehlt, bleiben bei den Händlern die Einkünfte aus. Das ist auch der Grund, warum nun 15.000 Schließungen in der deutschen Gastronomie drohen. Wäre das nicht schon genug, meldet indessen auch noch die folgende Traditionsfirma, die für ihre farbenfrohen Haushaltsgegenstände bekannt ist, ihre Insolvenz an. Die Retro-Ästhetik dieses Herstellers ist unnachahmlich, aber vor allem ein Artikel besitzt mittlerweile Legenden-Status.

Nach über 150 Jahren

Bereits 1867 wurde WESCO, damals noch als kleine Klempnerwerkstatt, gegründet. Im Laufe der Jahre spezialisierte sich das Unternehmen dann auf Haushaltswaren, die neben ihrer Hochwertigkeit immer auch durch ein stilvolles Äußeres überzeugten. Die retro-inspirierten Designs finden inzwischen Fans auf der ganzen Welt. Doch scheint selbst der internationale Erfolg nicht dafür ausgereicht zu haben, die Traditionsfirma vor der Insolvenz zu bewahren.

Auch wenn das Sortiment von WESCO so vielfältig wie einmalig ist, war es besonders ein Produkt, das Kultstatus erlangte. Die Rede ist von dem 1989 erfundenen „Pushboy“. Während bis dato ein Mülleimer im Haushalt ein notwendiges Übel darstellte, wurde der Abfallbehälter von da an zu einem Hingucker. Wie kann es sein, dass ein Unternehmen mit solch einer Erfolgsgeschichte plötzlich vor dem Aus steht?

Traditionsfirma in der Insolvenz

Neben der geringen Kauflust der Kunden, die leider einer geringen Kaufkraft geschuldet ist, verrät WESCO, dass es schließlich die ausufernden Beschaffungskosten gewesen seien, die dem Unternehmen so immensen Schaden zugefügt hätten. Diese hohen Kosten würden sich bedauerlicherweise – wie so vieles – auf den Krieg in der Ukraine zurückführen lassen.

Wird sich WESCO erholen können? Das werden die nächsten Monate zeigen. In der vergangenen Woche hat der Hersteller seinen Insolvenzantrag gestellt, das Verfahren läuft seitdem. Hoffen wir das Beste, sodass wir auch in Zukunft noch die einzigartigen Kombinationen aus Design und Qualität in unserem Haushalt genießen können.