Neues Gesetz kommt für alle beim Hausarzt – „Sofort bemerkbar“

Mehrere Patienten, Frauen und Männer, sitzen auf Bänken und Stühlen in einem Wartezimmer. Ärzte besprechen sich bei offener Tür einen Raum weiter, während die wartenden Patienten lesen, sich unterhalten oder einfach warten.
Symbolbild © istockphoto/AleksandarGeorgiev

Arztbesuche gehören bei allen Menschen zum Leben dazu. Jährliche Routineuntersuchungen sind vor allem im Alter eine wichtige Angelegenheit. Nun soll ein Gesetz kommen, dass alle Patienten beim Hausarzt direkt betreffen soll.

Die Ampelregierung plant umfassende Änderungen, um die Belastung der Hausarztpraxen zu reduzieren und die Versorgung der Patienten zu verbessern. Mit dem neuen Versorgungsstärkungsgesetz will Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD vor allem die Arbeitsbedingungen in Hausarztpraxen optimieren. Das neue Gesetz soll alle Patienten beim Hausarzt betreffen.

Verbesserte Arbeitsbedingungen für Hausärzte

Das Bundeskabinett hat dem neuen Gesetzentwurf zugestimmt, der eine bessere Vergütung und flexiblere Arbeitszeiten für Hausärzte vorsieht. Eine zentrale Änderung ist die Aufhebung der Obergrenze bei der Vergütung, sodass Mehrarbeit auch bei ausgeschöpftem Budget angemessen bezahlt wird. Damit sollen vor allem die Arbeitsbedingungen verbessert werden, um einer Ruhestandswelle entgegenzuwirken, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung bereits prophezeit hat. Besonders in Westdeutschland ist der Anteil der über 60-jährigen Hausärzte mit 37 Prozent alarmierend hoch.

Bereits im vergangenen Jahr startete Baden-Württemberg einen Notfallplan, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu begegnen. Die Ampelregierung hofft nun, mit der neuen Reform bundesweit ähnliche Effekte zu erzielen und die Arbeitsbedingungen für Hausärzte attraktiver zu machen.

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Flexiblere und bessere Patientenversorgung

Das neue Gesetz soll die Versorgung der Patienten flexibler und effektiver gestalten. Eine jährliche Versorgungspauschale wird eingeführt, um die Behandlung von chronisch kranken Patienten zu verbessern, indem sie Praxen unterstützt, die Haus- und Pflegeheimbesuche sowie erweiterte Öffnungszeiten anbieten. Besonders für Patienten, die regelmäßige Medikamente benötigen, soll dies eine effektivere Betreuung ermöglichen. Zudem wird die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen gestärkt. Also eigentlich alles gute Sachen, die hoffentlich nicht im Bürokratiewahn untergehen. Man will eine neue Arztgruppe bilden, um den Bedarf besser zu planen und gezieltere Behandlungen anzubieten, um Versorgungslücken in diesem sensiblen Bereich zu schließen.

Das Gesetz sieht auch ein digitales Informations- und Vergleichsangebot für gesetzlich versicherte Patienten vor. Hierdurch sollen wichtige Daten wie Genehmigungen, Ablehnungen bestimmter Kassenleistungen und Bearbeitungszeiten transparent abrufbar sein. Diese Maßnahmen sollen die Effizienz und Transparenz im Gesundheitswesen erhöhen, den Patienten eine bessere Orientierung bieten und die Planung ihrer gesundheitlichen Versorgung erleichtern. Die Digitalisierung soll dazu beitragen, sowohl Patienten als auch Ärzte zu entlasten.