Pflegeheim ist insolvent: Über 100 Standorte könnten schließen

Ein aufgeräumter Speisesaal.
Symbolbild © istockphoto/kazuma seki

Nach 30 Jahren hat ein großer Betreiber von Pflegeheimen die Insolvenz anmelden müssen. Dies hinterlässt beim Personal und den Bewohnern viel Unsicherheit. Besonders Menschen, die auf die Pflege angewiesen sind, haben nun Angst vor dem Ungewissen.

Wie jetzt bekannt wurde, hat ein großer Pflegeheimbetreiber Insolvenz anmelden müssen. Dies betrifft über 100 Standorte. Die Bewohner und das Personal hegen jetzt eine große Ungewissheit, was ihre Zukunft betrifft.

Mehr als 100 Standorte von Insolvenz betroffen

Ein Pflegeheim gibt den Bewohnern üblicherweise einen Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen können. Besonders im Alter ist ein Pflegeheim auch mehr als nur eine Unterkunft, sondern ein Zuhause. Jetzt allerdings bangen zahlreiche Menschen um ihren Platz im Heim. Doch nicht nur die Bewohner haben Angst vor dem, was nun als Schicksal drohen könnte.

Auch die Mitarbeiter des Pflegeheims sind von der Insolvenz schwer betroffen. Über 100 Standorte gehören zu dem inzwischen insolventen Betreiber. Die Convivo Unternehmensgruppe musste offenbar die Insolvenz anmelden. 4.800 Mitarbeiter sind derzeit deutschlandweit in den Standorten bei dem Unternehmen mit Sitz in Bremen beschäftigt.

Nach 30 Jahren ist nun Schluss

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Montag, den 23.1.2023, hat das Unternehmen nach 30 Jahren die Insolvenzanträge beim zuständigen Amtsgericht in Bremen gestellt. Darin enthalten sind auch die Anträge zur Insolvenz aller wesentlichen Gesellschaften. Dies soll große Auswirkungen sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeiter und alle übrigen Betroffenen haben. Derzeit ist sowohl die Zukunft der Bewohner als auch die der Mitarbeiter ungewiss.

Wie aus Berichten bekannt wurde, wurden zwar die Gehälter über Insolvenzgelder für die Mitarbeiter bis März sichergestellt werden. Das Problem ist hier doch, dass anscheinend für die Zeit danach keine Gehälter gesichert werden konnten, so die Berichte.

Deswegen ging der Betreiber insolvent

Laut Unternehmen sollen die Hauptgründe für die Insolvenz, die niedrigen Belegungszahlen sowie die hohen Krankenstände durch die Corona-Pandemie zu der finanziellen Schräglage geführt haben. Auch soll das Unternehmen mit erhöhten Kosten aufgrund von Zeitarbeitsdienstleister zu kämpfen gehabt haben.

Außerdem seien auch weitere Kosten, wie Energie und Sachkosten sowie die allgemeinen Preissteigerungen und Mieterhöhungen finanziell nicht mehr tragbar gewesen. Durch Verkäufe von Standorten oder anderen Maßnahmen wollte das Unternehmen eine Stabilisierung und eine Rettung erreichen. Dies blieb jedoch erfolglos.