„Sollen mehr sprechen“: Ersten Kindergärten verbieten Spielzeug

Verschiedenes buntes Spielzeug in einem Kindergarten
Symbolbild © istockphoto/kot63

Eine Kindertagesstätte in Hessen führt regelmäßig eine dreimonatige spielzeugfreie Zeit durch – und das mit einem positiven Effekt.

Alle anderthalb Jahre gibt es in der Kindertagesstätte im hessischen Wolfhagen eine dreimonatige spielzeugfreie Zeit. Dieses Jahr wurde das Spielzeug Anfang des Jahres auf dem Dachboden oder in Schränken verstaut.

Erst im April wird das Spielzeug nach und nach wieder rausgeräumt, sodass die Kinder wieder mit diesem spielen können. Wie die Erzieher der Kindertagesstätte berichten, würden die Kinder sich am Ende auch viel weniger Spielzeug zurückwünschen wie zu Beginn.

Das Spielzeug stört die Kommunikation unter den Kindern

Durch die Aktion sollen die Kinder wieder mehr miteinander reden und spielen. Das Spielzeug würde dies oft verhindern. Die Kindertagesstätte beginnt mit der spielzeugfreien Zeit, da die Kinder sich zu Hause immer weniger mit anderen Kindern treffen würden und sich stattdessen mit dem Konsum von Medien beschäftigen.

In den ersten Wochen müssen sich die Kinder erst an die neue Situation ohne Spielzeug gewöhnen. Danach möchten sich die Kinder viel mehr bewegen und beginnen verstärkt miteinander zu kommunizieren. Auch das Spielen in größeren Gruppen nimmt dann zu.

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Die Kinder beweisen viel Kreativität ohne Spielzeug

Was den Kindern zum Spielen bleibt, sind das Mobiliar und verschiedene Materialien wie Kartons, Knöpfe und Tücher. Auch Bausteine und ein Bällebad bleiben den Kindern erhalten. Und mit diesen Dingen beweisen die Kinder oft ihre Kreativität.

So werden Kartenhäuser und Höhlen gebaut, eigene Würfelspiele gebastelt oder ein Kino aus Stühlen und Tüchern errichtet. Die Erzieher beobachten weiter, dass die Konflikte innerhalb der Gruppe abnehmen und auch jeder mit jedem spielt.

Ein Kind wünscht sich auch zu Hause weniger Spielzeug

Auch Kinder, die die spielzeugfreie Zeit zum ersten Mal mitmachen, sollen keine Probleme mit der Aktion haben. Nach einer Gewöhnungszeit spielen diese genauso wie alle anderen mit.

Die Eltern der Kinder würde die spielzeugfreie Zeit ebenfalls sehr positiv aufnehmen. Ein Elternpaar berichtet sogar darüber, dass ihr Kind auch zu Hause den Wunsch nach weniger Spielzeug äußert.