Sperrgebiet an der Ostsee: Hier will kein Besucher mehr hingehen

An einem Strand der Ostsee stehen zahlreiche Strandkörbe auf dem Sand. Dahinter liegt das Meer und der weite Horizont mit vereinzelt dünnen Wolken.
Symbolbild © istockphoto/TG23

Ein einstiges Ferienparadies wird zum Sperrgebiet an der Ostsee. Besucher scheinen den ausgestorbenen Ort regelrecht zu meiden. Das sind die Hintergründe zu den Entwicklungen auf der Insel.

Dort, wo sich einst einmal Einheimische wie auch Reisende tummelten, scheint an der Ostsee nun ein wahres Sperrgebiet zu entstehen. Was neulich noch heiß begehrt war, lässt die Menschen offenbar inzwischen kalt. Es sind seltsame Zeiten am baltischen Meer.

Ferienparadies verkommt

Für bestimmte Regionen an der Ostsee mussten Einwohner sowie Besucher stets ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Und das wird sich so bald auch nicht ändern, wie diese unfassbaren Parkgebühren beweisen. Und Geld spielt natürlich auch eine Rolle dabei, dass dieses ehemalige Ferienparadies an der Ostsee derzeit zum Sperrgebiet verkommt. Eine bedrohliche Leere macht sich breit und hinterlässt ein ungutes Gefühl. Fast schon so, als würde es hier spuken …

Die malerische Insel Usedom sieht sich nämlich mit einem Problem konfrontiert, das vor einigen Jahren so bestimmt noch keiner hatte kommen sehen. Es bleiben die Besucher und in diesem Fall insbesondere die Käufer aus. Einer der neuesten Wohnkomplexe findet nicht genügend Interessierte, sodass die Händler sowohl auf riesigen Kosten als auch unbewohnten Gebäuden sitzen bleiben. Und plötzlich erinnern Teile des eigentlich so beliebten Touristenziels Kölpinsee an der Ostsee an ein hünenhaftes Sperrgebiet.

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Ernüchternde Realität

Mühe, Zeit und Geld kostete der luxuriöse Bau des „Bernsteinquartiers“. Aber die Nachfrage fällt erschreckend nüchtern aus. Denn man hat die Bauarbeiten bereits Anfang dieses Jahres beendet. Doch nach wie vor steht die Hälfte aller Wohnungen dort leer. Und da sich an dieser Situation in nächster Zeit auch nichts mehr zu ändern scheint, kann man jetzt an der Ostsee einem Sperrgebiet beim Entstehen zugucken. Es handelt sich um mehrere Häuser, die allesamt Wohnungen mit mindestens 100 Quadratmetern beherbergen. Nicht weniger als 250.000 Euro kostet dabei so ein Appartement. Natürlich ist das ein stolzer Preis. Aber dass bei der Größe und dieser traumhaften Gegend die Käufer ausbleiben – damit hatte keiner gerechnet.

Es lassen sich weder genügend Privatpersonen noch Gewerbe finden, die das Bernsteinquartier mit Leben füllen wollen. Denn natürlich braucht man sowohl Menschen als auch kleine Läden wie Bäckereien, damit so eine Wohnanlage richtig schön gemütlich wird. Zurzeit herrscht hier aber eher Geisterstimmung. Auch wenn wohlhabendere Familien die Wohnungen kaufen und weitervermieten könnten, wie es einst angedacht war, fehlen diese Investoren. Die politischen Entwicklungen haben die Menschen Vorsicht gelehrt. Leider führt zu viel Vorsicht zu Stillstand und in diesem Fall an der Ostsee zu vermeintlichen Sperrgebieten.