Strafe droht: Erste nehmen Waldtiere aus dem Wald nach Hause

Ein paar Wanderer laufen durch einen Wald und unternehmen einen Spaziergang. Sie tragen Rucksäcke und Jacken. Das Wetter ist gut, die Sonne scheint und die Bäume erstrahlen in saftigem Grün.
Symbolbild © istockphoto/Larisa Stefanuyk

Manche Menschen nehmen Waldtiere mit nach Hause. Ihre Gründe dafür sind meistens nobel. Allerdings ist das weder erlaubt noch gut für die Tiere. Wir klären auf.

Selbst in den abgelegensten Wäldern begegnen uns unglaubliche Geschichten. Immer wieder gibt es Menschen, die Waldtiere einfach mit nach Hause nehmen. Für viele mag das direkt falsch klingen. Dabei haben die Tier-Retter die besten Absichten. Dennoch muss man manchmal das eigene Mitleid ignorieren. Denn ein Waldtier mit nach Hause zu nehmen, ist selten eine Hilfe. Also soll man Tiere in der Not einfach liegen lassen?

Menschen nehmen Waldtiere nach Hause

Am häufigsten von diesen vermeintlichen Rettungsaktionen sind Kätzchen betroffen. Hin und wieder treffen Wanderer auf Katzenbabys. Sie scheinen ganz verlassen und hilflos zu sein. Aufsteigendes Mitgefühl ist bei solch einem Anblick mehr als naheliegend. Aber während wir Menschen in solch eine Situation eine Menge hineininterpretieren, verhält sich die Sache fast immer anders. Bei Katzenjungen im Wald handelt es sich nämlichen meistens nicht um verlassene Hauskatzen, die verzweifelt ums Überleben kämpfen. Sie sehen sich zwar sehr ähnlich, aber man kann sich so gut wie sicher sein: Hier haben wir es mit Europäischen Wildkatzen zu tun.

Wenn die Waldtiere, die unglücklicherweise zu häufig mit nach Hause genommen werden, ausgewachsen sind, sieht es ihnen eigentlich jeder an. Denn sie sind sowohl größer als auch kräftiger als unsere Haustiere. Während die Hauskatze normalerweise ein glattes Fell hat, das verschiedene Farben aufweisen kann, ist das Fell einer Wildkatze grob und mit dunklen Streifen versetzt. Außerdem sind ihre Augen meistens gelb.

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Gefährlich, verboten und teuer

Diese Waldtiere haben bei niemandem zu Hause etwas zu suchen. Es missfällt ihnen dort nicht nur, es macht sie regelrecht krank. Die Gefangenschaft führt zu Stress, Angst und Verhaltensproblemen. Obendrein können sie mit dem handelsüblichen Katzenfutter nichts anfangen. Sie brauchen Platz und Freiheit und müssen ihrem Jagdinstinkt nachgehen. Sowohl für die Wildkatze als auch für den Tierhalter enden solche Geschichten in einer Katastrophe.

In Ruhe lassen

Überdies stehen sie unter Artenschutz. Wenn man die Waldtiere mit nach Hause nimmt, verdirbt man ihnen nicht nur ihr Leben. Man riskiert auch Bußgelder bis 65.000 Euro. Wenn man also verlassene Katzenbabys im Wald sieht, ist die Wildkatzen-Mutter wahrscheinlich gerade auf Nahrungssuche. Man soll die Tiere einfach in Ruhe lassen, denn jegliche unnatürliche Aktivitäten könnten dazu führen, dass die Mutter ihre Jungen verlassen würde oder sie nicht mehr zurückfindet. Wer sich dennoch unsicher ist, kontaktiert die örtlichen Wildtierexperten.