Tier aus früheren Zeiten gesichtet: „Galt eigentlich als ausgestorben“

Tiere, die auf einem Naturweg mitten im Wald umgeben von Tannen und Wiese stehen sind mit einem roten Pfeil markiert
Symbolbild

Rückkehr nach Europa: Jüngst wurde ein Tier aus früheren Zeiten gesichtet. Dieses galt seit rund vier Jahrhunderten als ausgestorben. Hier gibt es alle Details dazu.

Kürzlich wurde ein Tier aus früheren Zeiten gesichtet. Eine wahre Sensation, wenn man bedenkt, dass es seit Anfang des 17. Jahrhunderts in Europa als ausgestorben galt. Das sind die Hintergrundinformationen.

Sichtung mit Seltenheitswert

Das Tierreich befindet sich im Lauf der Geschichte immer wieder im Wandel. Es gibt unzählige Arten, die früher unsere Erde bewohnten und inzwischen nur noch in Büchern zu finden sind. Umso überraschender ist es dann, wenn plötzlich ein Tier aus eben solchen früheren Zeiten live gesichtet wird. Genauso geschah es vor wenigen Tagen in Südtirol in Österreich. Die Zugvögel, die seit dem 17. Jahrhundert bei uns als ausgestorben gelten, sollen dort in geringer Population von insgesamt sieben Vögeln leben. Die Rede ist dabei vom sogenannten Waldrapp, welcher sich vor allem durch seinen langen roten, gebogenen Schnabel auszeichnet. Ein renommierte Ornithologe sieht diese Sichtung jedoch kritisch.

Kritik an LIFE Northern Bald Ibis

Die Waldrappen, die damals aufgrund von übermäßiger Jagd von der Bildfläche verschwanden, gehören natürlicherweise nämlich gar nicht nach Südtirol. Dass nun dort nicht nur ein Tier, sondern gleich sieben, aus früheren Zeiten gesichtet wurden, liegt am EU-finanzierten LIFE Northern Bald Ibis-Projekt. Dieses hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Waldrappen in Europa erneut zu integrieren. Dazu werden seit 2014 jährlich vor allem in Österreich und Deutschland einige Waldrappen von Menschenhand aufgezogen und nach einiger Zeit ausgesetzt. Eine neue Population in freier Wildbahn gibt es bis dato jedoch nicht.

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Waldrappen-Rettung bis 2028

Trotz des bisher eher mäßigen Erfolgs hält die EU an der Finanzierung des Waldrappen-Projekts fest. Bis 2028 wolle man 360 der Vögel erfolgreich im bevorzugten Lebensraum zwischen den Alpen und der Toskana ansiedeln. Diese Anzahl an Tieren benötige man, sodass sich die Waldrappen wieder ausreichend vermehren können und nicht länger als ausgestorben gelten. Ornithologe Iacun Prugger kritisiert das teure Projekt jedoch. Zum einen würden sich die herangezüchteten Zugvögel auf ihrem Weg von Deutschland oder Österreich Richtung Toskana allzu häufig verirren. Zum anderen würden die Jungvögel oftmals zu früh freigelassen werden, sodass sie in der Wildnis nicht eigenständig überleben können. Es bleibt abzuwarten, ob das Projekt am Ende die gewünschten Früchte trägt.