Erst wenn richtig dreckig: Kleidungsstücke nicht so oft waschen

Waschmaschine mit Wäsche
Symbolbild © istockphoto/golibtolibov

In frisch gewaschenerm gut duftender Kleidung fühlt man sich wohl. Allerdings sollte man nicht zu oft waschen.

Keine Seltenheit: Viele Menschen packen ihre Kleidung nach einmal Tragen bereits in die Waschmaschine. Dabei geht es hauptsächlich um Hygiene, denn oft sind gar keine Flecken sichtbar. Auch etwas Schweißgeruch an der Kleidung kann Grund für einen Waschgang sein.

Doch Verbraucher sollten aufpassen. Es ist gar nicht gut, jedes Kleidungsstück direkt in die Wäsche zu geben. Oft ist das sogar kontraproduktiv.

Jeans in die Waschmaschine – völlig unnötig

Nahezu jeder hat dieses beliebte Kleidungsstück zu Hause: die Jeans. Diese darf in keinem Kleiderschrank fehlen. Sie ist das am meisten getragene Kleidungsstück der Deutschen. Viele haben sie sogar täglich an.

Doch sollte die Jeans gewaschen werden? Auf keinen Fall, das meint jedenfalls Levi’s Chef Chip Berg dazu. Denn dadurch verlieren die Jeans Passform und Farbe. Seiner Meinung nach reicht es, die Hosen an die Frischluft zu hängen. Alternativ kann man sie über Nacht in die Gefriertruhe legen. Danach sind muffige Gerüche verschwunden.

Eine Expertin empfiehlt jedoch, die Jeans zu waschen. Zumindest alle vier Wochen – nur zur Sicherheit.

Pyjama, BH, Westen und Pullis: Nicht zu oft waschen

Einen Schlafanzug trägt man jede Nacht. Dementsprechend oft wandert er in die Wäsche. Doch auch das ist unnötig. Denn häufig zieht man ihn erst nach einer Dusche an und trägt ihn höchstens ein paar Stunden auf der Couch. Und natürlich im Bett.

Schmutzig wird der Pyjama also eher nicht. Daher reicht es völlig, ihn nur einmal in der Woche zu waschen.

Selbst der BH muss nicht täglich in die Wäsche. Es reicht völlig, ihn nach viermal Tragen zu reinigen. Wer mehr schwitzt, kann ihn ein- bis zweimal die Woche waschen.

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Westen und Pullis werden meist gar nicht direkt auf der Haut getragen. Schmutzig werden sie nur selten und auch Schweißflecken sind auf der Oberbekleidung unüblich. Diese Kleidungsstücke können somit zwei- bis dreimal getragen werden. Erst dann sollten sie in die Wäsche.

Synthetikstoffe müssen generell häufiger in die Waschmaschine. Denn in ihnen schwitzt man mehr. Baumwolle und Wolle nehmen den Schweißgeruch erst wesentlich später an.

Wann sollte Kleidung generell in die Wäsche?

Ob ein Kleidungsstück in die Waschmaschine muss, lässt sich am besten am Verschmutzungsgrad ablesen. Dies erklärt Rainer Stamminger, Professor im Bereich Haushalts- und Verfahrenstechnik an der Uni Bonn.

Das bedeutet konkret: „Was nicht verschmutzt ist, sollte am besten nicht gewaschen werden.“

Doch Schmutz ist nicht nur das, was man sieht, so Stamminger. Er meint damit nicht nur offensichtliche Flecken, wie durch Lebensmittel. Auch unsichtbarer Schmutz ist gemeint. Das kann unter anderem Schweiß sein. Gerade bei Unterwäsche sollte man daran denken.

Kleidungsstücke gehören aber nicht zu oft in die Waschmaschine. „Jeder Waschgang ist eine Belastung für die Kleidung,“ erklärt Stamminger weiter. Es können Faserteile abbrechen oder die Fasern verlieren an Stärke. So geht nach und nach die innere Struktur der Gewebe verloren.

Hat die Kleidung keine offensichtlichen Flecken, reicht es, sie draußen zu lüften. Auch der Trockner ist eine Alternative. „Häufig gibt es Auffrischungsprogramme, bei denen die Kleidungsstücke etwa eine Viertelstunde unter Dampf bewegt werden. Damit werden die unangenehmen Gerüche entfernt, ohne die Fasern mechanisch zu sehr anzugreifen“, empfiehlt der Experte.