Für Millionen Haushalte: DSL wird in Deutschland abgeschaltet

Einige Kabel ragen aus einer Baustelle und deren Grube heraus. Sie sind pink gefärbt, während im Hintergrund ein Bauarbeiter mit Helm vor einer Bauabsperrung steht.
Symbolbild © istockphoto/deepblue4you

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Haushalte, die einen DSL-Anschluss in Deutschland haben, müssen jetzt aufpassen. Bald wird diese Versorgung abgestellt, heißt es jetzt. Dabei kann die Abschaltung schon deutlich früher als von vielen angenommen, stattfinden.

Millionen Haushalte haben ihren Internetzugang über DSL in Deutschland im Haus, oder in der Firma. Doch jetzt droht die zeitnahe Abschaltung.

Bald ist alles zu Ende

In einer digitalisierten Welt sind schnelle Internetverbindungen von großer Bedeutung. Deutschland steht vor einer massiven Umstellung. Tatsächlich betrifft es Millionen Haushalte, deren Internetverbindung in Deutschland noch über DSL angeschlossen ist. Zukünftig erhalten sie ihren Internetzugang nämlich auf eine ganz andere Art.

Die Kupfernetze müssen dem Glasfaserausbau weichen. Doch während die Pläne konkret werden, bleiben noch einige Fragen offen. Schließlich haben viele Verbraucher Angst, dass die Umstellung nicht reibungslos abläuft und sie von heute auf morgen ohne Internet dastehen. Das wäre fatal für all jene, die im Home-Office arbeiten.

Das sind die aktuellen Pläne zum DSL-Aus

Die Bundesregierung hat ehrgeizige Ziele: Bis 2030 sollen alle Haushalte in Deutschland Zugang zu Glasfaseranschlüssen haben. Dies ist ein Schlüsselelement der Gigabitstrategie. Die Überreste der alten Leitungen aus Kupfer werden nicht mehr benötigt und sollen schließlich abgeschaltet werden. Die Umstellung soll schnell, fair und gut für Verbraucher und Umwelt erfolgen, so die Gigabitstrategie.

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Zu diesem Zweck wurde das Gigabitforum von der Bundesnetzagentur ins Leben gerufen. Dieses Expertengremium, bestehend aus Vertretern von Verbänden, Telekommunikationsanbietern, dem Bundesministerium, den Ländern und dem Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste, soll den Übergang leiten.

Noch kein kompletter Plan erstellt

Obwohl erste Projekte bereits gestartet sind, um Erfahrungen mit dem Wechsel von kupferbasierten DSL-Anschlüssen auf Glasfaser zu sammeln, fehlt immer noch ein Gesamtplan für das DSL-Ende. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hat jedoch ein Konzept vorgelegt, das den Prozess der Kupfer-Glasfaser-Migration regelt.

Den Übergang beantragt die Telekom und genehmigt die Bundesnetzagentur. Das Aus erfolgt zunächst in Gebieten, in denen Glasfaser bereits verlegt ist. Dies soll absichern, dass es keine Nachteile im Wettbewerb gibt. Der Übergang zur Glasfaser ist in Ländern wie Dänemark, Frankreich und Schweden bereits weit vorangeschritten.

In Deutschland gibt es noch keinen festen Termin für das Ende des alten Kupfernetzes, obwohl einige Experten einen Zeitpunkt um das Jahr 2032 für realistisch halten. Alternativ könnte eine Frist für den Übergang eingeführt werden, innerhalb derer das Kupfernetz weiter betrieben wird, bis das neue Netz bereitsteht ist. Schon im Jahr 2025 sollen Millionen Haushalte kein DSL mehr in Deutschland haben. Trotz dieser Pläne wird DSL noch einige Jahre bestehen bleiben.