„Kein Klingeln mehr“: Türzustellung von Postboten wird abgeschafft

Ein Postzusteller von DHL läuft mit einem Wagen voller Pakete der Deutschen Post über eine Straße. Sein Auto steht am Straßenrand.
Symbolbild © istockphoto/Michael Derrer Fuchs

Die Paketzustellung steht vor einer revolutionären Veränderung, da die Türzustellung von Postboten in Deutschland möglicherweise bald abgeschafft wird. Große Paketdienste setzen auf kostengünstigere und effizientere Lösungen.

In einem möglicherweise wegweisenden Umbruch für die Paketzustellung könnte die traditionelle Praktik der Türzustellung von Postboten bald abgeschafft werden. Die Pakete werden somit nicht mehr wie gewohnt direkt vor der Haustür zugestellt, sondern möglicherweise an zentralen Sammelstellen oder anderen Alternativorten abgegeben.

30 Prozent Lieferkostensenkung durch Abgabe an Packstationen

Das Problem ist weit verbreitet: Bürger erwarten ein Paket, doch verpassen die Zustellung, obwohl sie zu Hause sind. Ein Zettel im Briefkasten informiert sie später darüber, dass der Kurier vorbeigekommen ist, ohne zu klingeln. Dieses Ärgernis betrifft viele Empfänger von Paketen. Aber es gibt eine potenzielle Lösung: Paketboten könnten bald komplett auf das Klingeln an der Haustür verzichten. Tatsächlich könnten sie sogar die Adresse umgehen! Stattdessen könnten gelbe Schließfach-Packstationen, ähnlich wie die von DHL, zur neuen Normalität werden. Diese werden als effizienter und kostengünstiger angesehen. Eine Untersuchung deutet darauf hin, dass mehr als die Hälfte der gesamten Lieferkosten von Paketdiensten für Haustürlieferungen ausgegeben wird. Der Wechsel zu Paketstationen könnte eine Senkung dieser Kosten um bis zu 30 Prozent zur Folge haben. Das würde nicht nur Geld sparen, sondern auch die Umwelt entlasten.

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Paketdienste legen sich bisher nicht auf Packstationen fest

Natürlich wäre eine solche Veränderung für viele Empfänger von Paketen eine große Umstellung. Doch ist es überhaupt vorstellbar, dass das Paketsystem auf diese Weise revolutioniert wird? Die großen Paketdienste wie DPD und Hermes verfolgen die Entwicklungen aufmerksam, ohne sich jedoch endgültig festzulegen. Sie betonen ihre Fähigkeit, ihre Dienstleistungen an die Bedürfnisse des Marktes anzupassen.

DPD zeigt sich aufgeschlossen gegenüber Paketstationen als sinnvolle Ergänzung zu seinem bestehenden Netzwerk von Paketshops. Hermes wiederum verweist auf sein bereits etabliertes System von Paketshops mit Tausenden von Packstationen. Es bleibt abzuwarten, ob diese potenzielle Revolution im Paketversand tatsächlich eintritt.