Müssen sparen: Erste Unternehmen verwenden Speisereste für Eis

Eine Person wirft Speisereste von einem Teller in den Mülleimer
Symbolbild © istockphoto/AndreyPopov

Es klingt ungewöhnlich, aber erste Unternehmen verwenden nun wohl Speisereste für ihr Eis. Damit dürften nicht alle Kunden einverstanden sein.

Wir leben seit Jahrzehnten in einer Wegwerfgesellschaft und noch immer landen jedes Jahr Tonnen von Lebensmitteln im Müll. Allein in den USA werden jährlich Lebensmittel im Wert von über 31 Milliarden Dollar weggeworfen. In Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Das bringt Hersteller und Händler auf ungewöhnliche Ideen. Die ersten Unternehmen verwenden jetzt Speisereste für ihr Eis – da fragt man sich, ob das nicht zu weit geht.

Unternehmen verwenden Lebensmittelreste für Eis

Frische Sahne, Milch und Eier, Zucker und Früchte – das sind wohl die Zutaten, die man im Kopf hat, wenn man an Speiseeis denkt. Doch es gibt nun offenbar erste Unternehmen, die Speisereste für ihr Eis verwenden. Salt&Straw ist eine bekannte Eiscafé-Kette in Oregon. Hier wird tatsächlich Eis verkauft, das unter anderem aus Speiseresten hergestellt wurde. Genauer gesagt besteht die Zitronencreme aus Resten, die bei der Joghurtherstellung übrig bleiben. Eine andere Eissorte ist Schoko-Gerstenmilch. Auch sie enthält Abfallprodukte, die beim Bierbrauen anfallen. In der Eissorte Stracciatella hingegen findet sich Kakaomasse. Das ist ein Abfallprodukt der Schokoladenherstellung, für das es eigentlich keine Verwendung gibt. Neben Eis gibt es auch Snacks und Backmischungen, bei denen heutzutage Speisereste und Abfallprodukte zum Einsatz kommen.

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Innovative Produktion kann Schule machen

Wenn man das Wort Müll oder Abfall hört, denkt man nicht unbedingt zuerst an Lebensmittel und deren Verarbeitung zu Speiseeis. Dabei handelt es sich nicht um Abfall im herkömmlichen Sinn, sondern um Produkte, die in anderen Produktionsketten abfallen und sonst im Müll landen würden. Wenn dann ein Weg gefunden wird, diese wiederzuverwenden, ist das nicht nur lobenswert, sondern sollte Schule machen. Wer weiß, vielleicht gibt es auch in Deutschland bald ein erstes Unternehmen, das Speisereste für sein Eis verwendet. Viele Verbraucher sind offen für neue Herstellungsmethoden und -zusammensetzungen. Sie würden bestimmt auch dieses neumodische und nachhaltige Eis probieren.