Regel: Bis zum Januar soll keine Wäsche mehr gewaschen werden

Wäscheberg vor einer Waschmaschine
Symbolbild © istockphoto/Ryan McVay

Bis Silvester sind es noch ein paar Tage hin und die Aufgaben im Haushalt stapeln sich bei vielen. Doch ein alter Aberglaube unterstützt den Müßiggang zum Jahresende. Denn dieser besagt, dass vor Januar keine Wäsche gewaschen werden sollte. Sonst gibt es nämlich Unglück.

Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest am 6. Januar nutzen viele Menschen in Deutschland, um innezuhalten, das vergangene Jahr zu reflektieren und mit guten Vorsätzen in die Zukunft zu blicken. Ein alter Aberglaube besagt zudem, dass in dieser Zeit zwischen Dezember und Januar keine Wäsche gewaschen werden sollte. Schon in früheren Zeiten galt das Waschen in ländlichen Gebieten während der Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest als verpönt, ähnlich wie das Nähen, Misten oder Spinnen. Besonders das Waschen von Leinen war untersagt. Solche Bräuche existierten bereits in vorchristlichen Zeiten für die Tage nach der Wintersonnenwende. Diese Tradition hat also wie so viele einen sehr alten Ursprung.

Brauchtum untersagt das Wäschewaschen vor dem neuen Jahr

In den traditionellen Rauhnächten, einer Zeitspanne zwischen Weihnachten und Neujahr, war es nach altem Brauchtum verpönt, Wäsche zu waschen, insbesondere weiße Wäsche. Die Vorstellung, dass böse Geister diese als Leichentücher für das kommende Jahr verwenden könnten, führte zu diesem Aberglauben. Man glaubte, dass das Verbot des Waschens während dieser Zeit dazu diente, Unglück fernzuhalten und negative Einflüsse abzuwehren.

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Die Rauhnächte beginnen für Katholiken mit der Nacht der Wintersonnenwende am 21. Dezember und erstrecken sich bis nach Neujahr. Bei Protestanten hingegen werden eher die Nächte zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag gezählt. Diese alten Rituale und Überlieferungen haben ihren Ursprung in den besonders düsteren und kalten Wintertagen und sollen dazu dienen, in dieser mystischen Zeit des Jahres Schutz und positive Energien heraufzubeschwören.

Diesem Zweck diente das alte Ritual

In manchen ländlichen Regionen war es außerdem ein Brauch, sich vor Dämonen zu schützen, indem man vor Silvester einen gründlichen Hausputz vornahm. Der volkstümliche Glaube besagte, dass böse Geister eine Vorliebe für Unordnung hatten und gut aufgeräumte Häuser weiträumig mieden. Daher sollte der Silvester-Hausputz nicht nur für Sauberkeit sorgen, sondern auch als befreiend gelten und Platz für Neues schaffen.

Diese Tradition wurzelt in dem Gedanken, dass das Beseitigen von Chaos und Unordnung eine schützende Barriere gegenüber negativen Einflüssen schafft. Dies ermöglicht allen Hausbewohnern einen positiven Start ins neue Jahr. Wie bei vielen alten Weisheiten gilt auch hier „mit Vorsicht zu genießen“, doch vielleicht ist ja was Wahres dran. Es herauszufinden, liegt bei jedem selbst.