Schokoladenhersteller nutzt neue Wege: Erste Sorte von KI entwickelt

Schokoladen in Fabrik
Symbolbild © istockphoto/Евгений Хабаров

Jetzt machen die Maschinen unsere Süßigkeiten. Dieser Schokoladenhersteller hat damit offensichtlich kein Problem und lässt sich von KI unter die Arme greifen, wenn es um das Entwickeln von neuen Sorten geht.

„Neue Sorten Schokolade entwickeln.“ Das klingt für viele Menschen wie ein Traum. Und dafür noch bezahlt zu werden. Dieser Schokoladenhersteller setzt aber lieber auf KI (künstliche Intelligenz). Haben die Menschen keine eigenen Ideen mehr, oder passiert das nur aus Kostengründen? Das verrät der Hersteller nicht, zeigt sich aber scheinbar einverstanden mit dem Gang dieses neuen Weges.

KI-Schokolade

Natürlich benutzen wir Computer, Maschinen und Technik schon seit längerem – auch vor der Erfindung von ChatGPT, dem größten öffentlich zugänglichen KI-Modell. Wir chatten, schauen Serien, googeln. Das alles bestimmt mittlerweile unseren Alltag. Und selbstverständlich wird auch Schokolade im großen Stil nicht mehr von Hand gefertigt. Hierfür gibt es Maschinen. Nachvollziehbar ist es, monotone Aufgaben den von uns kontrollierten Technologien zu übergeben. Es gibt wahrscheinlich niemanden, der die Erfindung der Waschmaschine bereut. Aber dieser Schokoladenhersteller nutzt jetzt die KI für eine kreative, potenziell sehr leckere Aufgabe: dem Entwickeln neuer Sorten. Geht hier nicht etwas Menschliches verloren? Und wie können Sorten schmecken, die lediglich ein Wesen ohne Geschmacksnerven entwickelt?

ChatGPT greift Schokoladenhersteller unter die Arme

Die Mitarbeiter der Social-Media-Abteilung sind begeistert von der neuen Geschmacksrichtung. Erfunden hat sie aber kein Chocolatier – ein Spezialist unter den Konditoren, – sondern ChatGPT. Vorversionen gibt es seit ein paar Jahren, aber 2023 lässt sich als das Jahr markieren, in dem KI auch im Mainstream angekommen ist und genutzt wird. Das KI-Modell ist ein Sprachprogramm, das Muster erkennt und auf Informationen aus dem Internet zugreift, um möglichst treffende, aber gleichzeitig menschlich formulierte Antworten auf sämtliche Fragen zu geben. Was für die einen faszinierend ist, ist auf der anderen Seite für viele Menschen beängstigend. Ritter Sport scheint aber zu ersterer Fraktion zu gehören und nutzt die künstliche Intelligenz für sich und seine Zwecke.

Zukunft ungewiss

Das 1912 in Stuttgart-Cannstatt gegründete Unternehmen hat mit ChatGPT herumexperimentiert, und das KI-Modell hat mehrere neue Schokoladensorten konfiguriert. Die Sorte Hummus-Aprikose-Minze hat der Schokoladenhersteller in kleiner Anzahl produzieren und die eigenen Mitarbeiter kosten lassen. Das Ergebnis ist erstaunlich positiv. Vielleicht müssen wir uns daran gewöhnen, dass die Maschinen heutzutage auch anfangen Aufgaben zu übernehmen, die wir uns niemals hätten erträumen lassen. Vielleicht werden wir uns aber auch eines Tages wieder nach einem echten menschlichen Chocolatier sehnen. Die Zukunft wird es zeigen.