Seit Aufzeichnung: Deutsche essen so wenig Fleisch wie noch nie

Eine Fleischtheke mit verschiedenen Fleischstücken und Würsten.
Symbolbild © istockphoto/frantic00

Deutsche essen heute so wenig Fleisch wie vor dreißig Jahren. Immer mehr Menschen reduzieren ihren Fleischkonsum oder steigen auf eine pflanzenbasierte Ernährung um.

Fleisch ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der deutschen Küche und wird in vielen Gerichten verwendet. Besonders beliebt sind Bratwurst, Schnitzel und Steak, aber auch Gerichte wie Gulasch oder Sauerbraten. Allerdings gibt es auch immer mehr Menschen, die sich bewusst für eine pflanzenbasierte Ernährung entscheiden oder ihren Fleischkonsum reduzieren.

Fleischkonsum ist so niedrig wie vor dreißig Jahren

Ein Schock für alle Fleischliebhaber in Deutschland: Der Fleischkonsum ist so niedrig wie seit über dreißig Jahren nicht mehr! Nach den vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) haben die Deutschen im Jahr 2022 nur noch 52 Kilogramm Fleisch pro Person konsumiert, was rund 4,2 Kilogramm weniger als im Vorjahr bedeutet. Dieser Trend ist alarmierend für die Fleischindustrie, da er doppelt so stark ist wie im Vorjahr.

Laut Experten gibt es dafür mehrere Gründe. Zum einen führen die dramatisch gestiegenen Preise für Fleisch und Fleischprodukte aufgrund der Inflation zu einer Kaufzurückhaltung und einem geringeren Konsum. Rind-, Kalb- und Schweinefleisch waren im Dezember 2022 rund zwanzig Prozent teurer als ein Jahr zuvor, während sich Geflügel sogar um mehr als dreißig Prozent verteuert hat. Zum anderen hat die Fleischindustrie aufgrund negativer Meldungen in den Medien mit einem Imageproblem zu kämpfen.

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Immer mehr Veganer in Deutschland 

Ein weiterer wichtiger Grund für den sinkenden Fleischkonsum ist der Trend zu einer pflanzenbasierten Ernährung. Einige Experten schätzen die Folgen dieses Trends aufgrund der nach wie vor geringen Marktanteile derartiger Produkte zwar als eher gering ein, jedoch gingen im Lebensmittelhandel die Einkaufsmengen bei Fleisch und Wurst im Jahr 2022 um 8,4 ganze Prozent zurück. Der rückläufige Fleischverbrauch hat auch Auswirkungen auf die Fleischerzeugung in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 9,8 Prozent weniger Schweine- und 8,2 Prozent weniger Rind- und Kalbfleisch produziert. Auch die Nettoerzeugung von Geflügelfleisch sank um 2,9 Prozent.

Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzt und welche Konsequenzen dies für die Fleischindustrie und den Lebensmittelmarkt haben wird. In der Zukunft wird sich zeigen, ob Ersatzprodukte für Fleisch weiterhin eine größere Rolle spielen werden oder ob der Fleischkonsum wieder steigen wird.