Sparkassen alarmiert: Kaum Nachfragen – Kunden auf Barrikaden

Sparkassen-Filiale.
Symbolbild © istockphoto/jokuephotography

Die Inflation und die steigenden Energiepreise haben vielseitige Folgen. Viele deutsche Haushalte sparen und warten ab.

Auch die Sparkassen spüren die Auswirkungen. Die Sparkassen sind der Bankenverbund in Deutschland mit den meisten Kunden. Sie haben deshalb einen guten Einblick in die finanziellen Entwicklungen der deutschen Haushalte. Die Einlagenzuflüsse bei den Kunden der Sparkassen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dies gibt der Sparkassenpräsident Helmut Schleweis an.

Menschen benötigen ihre Ersparnisse

Der Grund: Immer mehr Menschen greifen auf ihre Ersparnisse zurück. Denn diese brauchen sie, um ihre Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Dies betrifft hauptsächlich die Mittelschicht. Diese Menschen kamen bislang gut mit ihrem laufenden Einkommen aus. Jetzt jedoch nicht mehr. Deshalb ist es wichtig, dass Unterstützungsprogramme sich vorwiegend auf die Mittelschicht und die mittelständischen Unternehmen konzentrieren.

Auch das Interesse an Immobilienkrediten geht zurück. „Die Nachfrage ist von einem Tag auf den anderen eingebrochen. Viele Projekte im Planungsstadium werden storniert“. Dies sagt Helmut Schleweis. Zudem nennt er die steigenden Kosten als einen maßgeblichen Faktor für diese Situation.

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Im ersten Halbjahr war die Nachfrage noch hoch

Das lag daran, dass viele Projekte planerisch und finanziell schon auf dem Weg waren. Doch in den letzten Wochen veränderte sich das Bild schlagartig. Viele Interessenten warten erst mal ab.

Schon im September berechnete der Deutschen Sparkassen- und Giroverband, dass 60 Prozent der Haushalte für die laufenden Ausgaben ihre gesamten monatlichen Einkünfte und teils auch Ersparnisse verbrauchen würden. So müssen sich viele Branchen umstellen und damit rechnen, dass Kunden weniger ausgeben. Dies betrifft besonders die Branchen Gastgewerbe, Tourismus, Einzelhandel und auch andere Dienstleister.

Auch für Firmen wird es schwierig. Sie könnten durch die hohen Energiepreise an den Rand der Existenz geraten. Der Verband sprach sich dafür aus, die Strom- und Gaspreise zu begrenzen. Zudem müssten Haushalte und Unternehmen mindestens 20 Prozent Energie einsparen und in erneuerbare Energien investieren.