Traditioneller Brauch an Weihnachten soll bald verboten werden

Ein Teller mit einer Gänsekeule, Kartoffeln, Rotkohl und Apfel.
Symbolbild © istockphoto/AlexRaths

Viele lieben klassische Weihnachtsgerichte, doch  schon bald könnte ein traditioneller Brauch komplett verboten werden. Tierschützer setzen sich dafür ein, dass ein oft kritisiertes Ritual endlich ein Ende findet.

Neben einem klassischen Weihnachtsbraten mit Klößen und einer Gans ist auch Fisch für viele Familien ein Traditionsgericht während der Festtage. Was vielen gut schmeckt, hat jedoch in manchen Ländern einen extrem grausamen Hintergrund. So ist es in Tschechien beispielsweise üblich, Karpfen auf eine ganz bestimmte Art und Weise zuzubereiten. Tierschützer sind allerdings der Meinung, dass das unnötige Tierquälerei ist, weshalb dieser traditionelle Brauch bald verboten werden könnte. Doch die Menschen hängen an ihren Gewohnheiten und so gibt es ordentlich Gegenwind. Wir berichten, was es mit dem tschechischen Brauch auf sich hat und wieso es so viel Kritik hagelt.

Alter traditioneller Brauch nicht mehr zeitgemäß

Seit vielen Jahren ist es in Tschechien ein traditioneller Brauch, frischen Fisch zu Weihnachten zuzubereiten. Hintergrund ist die Fastenzeit, während dieser früher kein Fleisch verzehrt werden durfte. Da sie erst am 25. Dezember endet, war ein Festmahl aus dem Meer für viele Familien die Lösung. Frisch soll die Mahlzeit in Tschechien jedoch unter allen Umständen sein. Weshalb vor allem Karpfen in der Weihnachtszeit noch lebendig verkauft werden. Zu Hause halten die Bürger das Tier dann in der Badewanne, bis sie es pünktlich zu Heiligabend töten und verspeisen können.

Der eigentümliche traditionelle Brauch bedeutet laut der Tierrechtsorganisation Obraz jedoch viel unnötiges Leid für die Tiere und so setzt sie sich dafür ein, dass der Lebendverkauf verboten wird. Und das nicht ohne Erfolg, denn eine von den Tierschützern gestartete Petition erreichte bereits die Mindestanzahl an Stimmen und liegt jetzt dem Abgeordnetenhaus vor. Unterstützung erhält die Initiative von der sozialliberalen Piratenpartei, welche bereits ein Novum im Tierschutzgesetz ausgearbeitet hat. Sie ist der Meinung, der grausame traditionelle Brauch solle bald verboten werden.

Viel Leid für die Tiere

Die Initiative kritisiert vor allem, dass die Fische, während sie in den Haushalten der Menschen auf den Tod warten, unnötig viel Leid und Stress ausgesetzt seien. Statt eines schnellen und schmerzlosen Todes müssen die Fische oft tagelang in kleinen Badewannen mit chlorhaltigem Wasser ausharren. Atmen sei den Fischen durch das Chlor im Leitungswasser kaum noch möglich.

Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so wollen die Tschechen nicht einfach von ihrem traditionellen Brauch ablassen. Sowohl die Abgeordneten als auch die Opposition und die anderen Regierungsparteien lehnen den Vorschlag, den Lebendverkauf zu stoppen, ab. Und das, obwohl die Tierschützer nicht beabsichtigen, den Familien den Fisch zu Weihnachten im allgemeinen zu verbieten. Sie wollen lediglich unnötiges Leid für die Fische vermeiden und dafür sorgen, dass die Bürger ausschließlich die vorab getöteten Tiere kaufen können. Die Verantwortlichen sind sich jedoch uneinig und so bleibt nur abzuwarten, ob die lebend gehandelten Fische zu Weihnachten tatsächlich bald verboten werden.