1000 Stellen: Nächster Fabrik droht Desaster in Baden-Württemberg

Eine moderne Produktionshalle eines Autowerks.
Symbolbild © imago/Westend61

Die nächste Fabrik in Baden-Württemberg ist unter der aktuellen wirtschaftlichen Situation scheinbar ins Wanken geraten. Der Bau wurde jetzt sogar um mindestens ein Jahr verschoben.

In den letzten Wochen und Monaten machen immer wieder Werksschließungen und Insolvenzen Schlagzeilen. Wer auf Besserung gehofft hat, muss sich weiterhin gedulden. Denn so wie es aussieht, ist jetzt die nächste Fabrik in Baden-Württemberg von der Krise betroffen. Einer der größten Autozulieferer der Welt plant seit einiger Zeit einen neuen Produktionsstandort in der Region. Mit der neuen Chipfabrik in Ensdorf im Saarland sollten auch um die 1.000 neue Arbeitsstellen geschaffen werden. Das Problem an dem Projekt ist allerdings, wie so oft, der finanzielle Teil. Infolgedessen kann die Fabrik nach aktuellem Stand auch nicht wie geplant gebaut werden. Wir berichten, um welches Unternehmen es geht und was für die Zukunft geplant ist.

Schuldenberg

Die nächste große Fabrik in Baden-Württemberg wurde von dem Erfolgskonzern ZF Friedrichshafen geplant. Dabei handelt es sich um einen weltweit agierenden Technologiekonzern und Autozulieferer. Konkret will ZF Friedrichshafen eine riesige Chipfabrik in Baden-Württemberg bauen. Die Kosten will die Firma dabei gemeinsam mit Wolfspeed, einem Halbleiterhersteller aus den USA, tragen.

Viele Menschen haben sich extrem über das Großprojekt in der Region gefreut, denn während immer mehr Konzerne Insolvenz anmelden oder Arbeitsplätze streichen, sollten hier knapp 1.000 Stellen entstehen. Die Realisation der Chipfabrik soll dabei insgesamt um die 2,75 Milliarden Euro kosten. Stemmen müssen die beiden Firmen den Betrag allerdings nicht komplett allein. So hat die Regierung 155 Millionen Euro Unterstützung zur Verfügung gestellt, während der Bund weitere 360 Millionen für den Bau bereitstellt. ZF Friedrichshafen selbst beteiligt sich selbst mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Doch das scheint dem Marktführer in den USA nicht auszureichen.

Der Bau verzögert sich

Mit dem Produktionsstandort sollte die nächste große Fabrik in Baden-Württemberg bereits im Sommer 2024 im Saarland entstehen. Aktuellen Medienberichten zufolge wird aus dem Baubeginn dieses Jahr jedoch nichts, denn Wolfspeed will mehr Geld. Zu diesem Zweck hat der Konzern sogar bereits Unterstützung aus dem „European Chips Act“ angefordert.

Die Saar-Regierung zeigt sich auch angesichts der aktuellen Entwicklung weiterhin positiv. Sie hat sogar bereits versichert, dass sie weitere Mittel zur Verfügung stellen wolle. Voraussetzung sei lediglich die ordnungsgemäße Antragstellung seitens des Halbleiter-Unternehmens. Infolgedessen gehen Experten, Stand heute, noch davon aus, dass die Verantwortlichen die Fabrik planmäßig bauen. Dann wären auch die 1.000 Stellen gesichert. Klar ist aber auch: Es ist Geduld gefragt, denn durch die Anfrage seitens der USA verzögert sich der Baubeginn um mindestens ein Jahr. Wer optimistisch denken möchte, kann damit rechnen, dass die Firmen ab 2027 um die 1.000 neue Mitarbeiter für die Chip-Produktion benötigen werden.