48.000 Arbeiter: Autozulieferer wird zahlreiche Stellen abbauen

Ein Blick in die Fabrik eines Autoherstellers.
Symbolbild © istockphoto/Traimak_Ivan

Diese Nachricht kommt für die Arbeiter wie ein Paukenschlag. Der Autozulieferer BorgWarner wird im Südwesten Tausende Stellen abbauen. Dank der Gewerkschaft IG Metall kommt es aber nicht überall zu dramatischen Entlassungen.

Nicht nur die Krisen der letzten Jahre, Pandemie und Inflation, haben bei der Autozulieferindustrie für schwierige Zeiten gesorgt. Die Herausforderungen der anbrechenden E-Mobilität trifft die Branche ebenfalls hart. Als Folge dessen kündigt der Autozulieferer BorgWarner an, zahlreiche Stellen abbauen zu wollen. Der US-Konzern hat in ganz Deutschland Standorte, die von diesen Kürzungen betroffen wären.

So wird der Stellenabbau bei BorgWarner erfolgen

Insbesondere der Südwesten ist mit den Werken Kirchheimbolanden in Rheinland-Pfalz und Ludwigsburg in Baden-Württemberg vom Abbau der Stellen durch den Autozulieferer betroffen. Im Rahmen einer neuen Strategie hin zur Transformation des Unternehmens, vor allem im Hinblick auf den wachsenden E-Auto-Markt, ist dieser Schritt für die Betroffenen zwar verständlich, trifft sie aber dennoch hart.

Der Strukturwandel hat weitreichende Konsequenzen für die Mitarbeiter. Zunächst stand bei BorgWarner sogar der Abbau von über der Hälfte der Stellen im Raum. Doch der Betriebsrat konnte in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft IG Metall am Ende noch einen Kompromiss mit der Geschäftsführung erzielen und das Schlimmste verhindern. Demnach soll zumindest in Rheinland-Pfalz der Stellenabbau weniger drastisch ausfallen als befürchtet.

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So sieht der Kompromiss zwischen IG Metall und BorgWarner aus

Unsichere Zeiten stellen momentan viele Autozuliferer vor Probleme. Veränderte Kompetenzanforderungen für die Produktion von Komponenten für die E-Mobilität und Outsourcing von Arbeitsplätzen ins europäische Ausland sind allgegenwärtig. Währenddessen kämpft die IG Metall Baden-Württemberg hartnäckig für den Erhalt des Industriestandorts und der damit verbundenen Tausenden Arbeitsplätzen.

Der nun entstandene Kompromiss sieht vor, dass BorgWarner die Zahl der Mitarbeiter bis 2028 „nur“ von 1.200 auf rund 700 Mitarbeiter reduzieren wird. Einen kompletten Abbau von Stellen kann der Kompromiss leider nicht verhindern. In diesem Konflikt müssen eindeutig beide Seiten einstecken und Niederlagen verkraften. Der beschlossene Verbrenner-Aus ab 2035 wird die Situation für Autozulieferer in den nächsten Jahren zudem kaum besser machen.

Standort Ludwigsburg bleibt

Ein weiterer, zumindest kleiner Erfolg ist, dass der BorgWarner-Standort in Ludwigsburg bestehen bleibt, obwohl auch hier zahlreiche Stellen abgebaut werden. Insgesamt 165 Arbeitsplätze am Standort sollen jedoch erhalten bleiben. Zumindest vorerst. Denn Ende 2024 soll das Werk dann endgültig schließen, auch wegen der verminderten Bedeutung des dort hergestellten Verbrennungsmotors.