Anwohner besorgt: Lauter Knall zu hören in Baden-Württemberg

Man sieht eine Frau mit kurzen Haaren von hinten, wie sie das Fenster aufreißt, um herauszugucken. Sie könnte eine Nachbarin oder Anwohnerin repräsentieren.
Symbolbild © istockphoto/Ladanifer

In Baden-Württemberg war gestern ein lauter Knall zu hören und verschreckte die Anwohner. Das sind die Hintergründe.

Ein Gewitter war es nicht, denn dieses Geräusch ist uns natürlich vertraut. Außerdem war weit und breit kein Unwetter zu sehen. Die Anwohner in einer bestimmten Gemeinde in Baden-Württemberg wunderten sich gestern über einen lauten Knall. Welche Ursache steckte dahinter?

Anwohner sind verwundert und besorgt

In der Gegend um Ulm erschreckten sich gestern viele Menschen und fragten sich: Was war dass denn eben für ein lauter Knall? Einige reagierten geradezu verängstigt. Das Rätselraten konnte schließlich aufgeklärt werden, als herauskam, dass niemand Geringeres als die deutsche Bundeswehr bei der Klangkulisse ihre Finger im Spiel hatte. Wirklich beruhigend war diese Erklärung für viele jedoch nicht. Sie fragten sich: Geht da etwas Ernstes vor sich? Panzerübungen?

Mit Übungen hatte das Ganze tatsächlich zu tun, aber die lauten Knalle, die gestern in Baden-Württemberg im Alb-Donau-Kreis und im Raum Göppingen, Heidenheim, Ulm und Biberach zu hören waren, kamen nicht von Kampfgeschossen. Es handelte sich auch nicht um die „Air Defender 23„, die hier neulich noch das größte Flugmanöver seit dem Zweiten Weltkrieg vollführte. Aber Flugzeuge waren es in der Tat.

Lesen Sie auch
Durchgesickert: Neues Schulsystem in Baden-Württemberg geplant

In der Gegend von Ulm

Des Rätsels Lösung liegt im Überschall. Wenn ein Flugzeug – oder auch ein sonstiger Gegenstand – die Schallmauer durchbricht, erzeugt das einen lauten Knall, der bis zu 100 Dezibel oder sogar mehr erreichen kann. Zum Vergleich: Die Lautstärke eines normalen Gesprächs liegt etwa bei 60 Dezibel, während ein startendes Düsenflugzeug ein Geräusch von etwa 140 Dezibel erzeugt. Und genau solche Überschallflugzeuge hat die Bundeswehr gestern im Gebiet um Ulm herum getestet.

Das letzte kommerzielle Überschallflugzeug, das im Linienverkehr eingesetzt wurde, war die Concorde, die 2003 außer Dienst gestellt wurde. Vor allem der Absturz eines solchen Modells im Jahr 2000 in Frankreich hatte der kommerziellen Verwendung von Überschalltechnologien einen herben Schlag verpasst. Was damals noch nicht genug ausgereift war, könnte aber ein Comeback erleben. Wir werden es sehen.