Chaos droht: Schulen in Baden-Württemberg bleiben geschlossen

Ein Blick in ein leeres Klassenzimmer einer Schule.
Symbolbild © istockphoto/funky-data

In vielen Schulen Baden-Württembergs wird der Unterricht ausfallen. Was für viele Schüler eine freudige Nachricht ist, bringt allerdings auch Probleme mit sich. Was dahinter steckt, kann man hier erfahren.

Schon bald beginnt die Weihnachtszeit und mit ihr auch die langersehnten Ferien. Auf die Auszeit vom Unterricht freuen sich bereits viele Schüler. Doch das Schulfrei könnte nun schneller kommen als gedacht. In den nächsten Tagen werden viele Schulen geschlossen bleiben.

Schulen gehen in den Streik

Es ist ein leidiges Thema, über das schon seit einiger Zeit diskutiert wird: Viele Lehrkräfte sind schlichtweg unterbezahlt. Schon seit langem fordern sie mehr Gehalt. Bereits seit einer Woche befinden sich deshalb hunderte von Lehrkräften und studentischen Hilfskräften im Streik. Nun erfolgt noch in dieser Woche ein weiterer Warnstreik, in dem die Angestellten für ihr Recht auf die Straße gehen. Die Proteste erstrecken sich landesweit, sodass viele Schulen geschlossen werden müssen. Schüler und Eltern sollten sich in der kommenden Zeit auf die tausenden Ausfälle vorbereiten.

In den Protesten kämpfen über 10.000 Lehrkräfte um eine Erhöhung ihres Gehaltes von mindestens 500 Euro. Dass diese Forderung aufgrund ihrer Höhe nicht umsetzbar sei, habe sich Berichten zufolge bereits in der Verhandlungsrunde gezeigt. Dennoch geben die Gewerkschaften nicht nach, sodass sich die Verhandlungen womöglich noch bis in den Dezember hineinziehen werden.

Ungleiche Bezahlung an Schulen

Das Gehalt der Lehrkräfte wird in der Regel von den jeweiligen Bundesländern festgelegt, weshalb sich diese von Region zu Region unterscheidet. Im südwestlichen Teil Deutschlands ist die Mehrzahl der Lehrer verbeamtet. Das bedeutet für die Betroffenen mehr Geld im Vergleicht zu denen, die unter einem Tarifvertrag arbeiten. Mangelt es den Mitarbeitern an der Ausbildung oder verhindern andere Schwierigkeiten, wie beispielsweise das Alter, die Aufnahme in den Beamtenstatus an der Schule, zählen sie lediglich als Angestellte. Da deren Abzüge von ihrem Bruttogehalt deutlich höher sind als die der Beamten, ergibt sich daraus eine ungleiche Bezahlung.

Verbeamteten Lehrern ist es zudem untersagt, an den Streiks teilzunehmen. Doch auf die Straße gehen nicht nur angestellte Lehrer. Auch Studenten und Pensionäre kämpfen für ihre Rechte. Dass eine solche Zweiklassengesellschaft unfair ist und man auch bereit sein sollte, für gute Bildung angemessen zu bezahlen, sollen die Proteste verdeutlichen.