Das wird teuer: Autofahrer in Baden-Württemberg betroffen

Mehrere Fahrzeuge stehen im Stau auf einer Bundesstraße oder auf einer Landstraße. Es geht nicht weiter, die Autos sind zum Stillstand gekommen. Daraus ergeben sich Verzögerungen.
Symbolbild © istockphoto/jojoo64

Autofahrer aufgepasst: Es gibt ein neues Gesetz und die Bürger in Baden-Württemberg sind betroffen. Wer in einem bestimmten Nachbarland zu schnell fährt, muss bald tief in die Tasche greifen.

Deutschland ist vor allem bei Autofahrern sehr beliebt. Weit über die Landesgrenzen hinaus wissen die meisten Menschen, dass man auf deutschen Autobahnen noch richtig aufs Gas treten darf. Doch Straßen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung sind die Ausnahme. Meistens gibt es auch für die Deutschen genaue Geschwindigkeitsbegrenzungen, die eingehalten werden müssen. Bislang gab es jedoch eine Grauzone, die Raser für sich nutzen konnten. Denn wer in einem bestimmten Nachbarland beim Zuschnellfahren geblitzt wurde, musste als deutscher Bundesbürger bislang nicht zahlen. Das Gesetz hat sich jedoch geändert und es sind die Menschen in Baden-Württemberg, die das betrifft.

Gut aufpassen

Das Bundesland Baden-Württemberg grenzt teilweise direkt an die Schweiz. Ein Beispiel dafür ist der Ort Konstanz. Viele Bürger machen sich die praktische Lage der Stadt zunutze und arbeiten in der Schweiz, während sie mit geringeren Kosten in Deutschland leben. Das bedeutet allerdings auch, dass die meisten Einwohner dort täglich zwischen den beiden Ländern pendeln.

Da bleiben Parkverstöße oder Geschwindigkeitsüberschreitungen für die meisten Menschen nicht aus. Bisher blieb dies allerdings ohne Folgen, denn wer ein Ticket aus der Schweiz bekam, konnte sich einfach dazu entscheiden, die Strafe zu ignorieren und eine Zeit lang nicht über die Grenze zu fahren. Das hängt damit zusammen, dass die Verstöße laut Gesetz bislang nicht in Deutschland vollstreckt werden durften. Man wird die Regelung zum 01. Mai anpassen und die Bürger in Baden-Württemberg sind davon betroffen.

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Das wird teuer

Ab nächstem Monat wird die Regelung im Polizeivertrag angepasst. Wer dann zu schnell in der Schweiz unterwegs ist, muss auch als Deutscher zahlen. Somit sind alle Einwohner in Baden-Württemberg betroffen und sollten sich besser genauer über die Verkehrsregeln der Schweiz informieren. Denn die Strafen fallen hier teilweise doppelt so hoch wie in Deutschland aus.

So müssen Fahrer, die eine rote Ampel übersehen, im Nachbarland 220 Euro statt wie in Deutschland 90 Euro zahlen. Für eine Überschreitung der Geschwindigkeit sind es mit 120 Euro Strafe satte 90 Euro mehr als hierzulande. Ab Mai kooperieren demnach alle EU-Mitgliedstaaten miteinander. EU-Bürger müssen dann ab einem Bußgeld über 70 Euro zahlen, egal, wo sie sich den Verstoß begangen haben. Und es gibt noch eine Ausnahme: In Österreich erhobene Bußgelder werden bereits ab einer Grenze in Höhe von 25 Euro plus Verwaltungskosten fällig.