Deutschlands kleinste Mittelstadt liegt in Baden-Württemberg

Häuser in der Stadt Heidelberg in Baden-Württemberg
Symbolbild © istockphoto/vladi79

Baden-Württemberg hat viele bekannte Städte, doch auch ein Besuch kleinerer, eher unbekannter Orte lohnt sich. In dem Bundesland liegt zum Beispiel Deutschlands kleinste Mittelstadt. Hier befindet sich sogar ein Schloss.

Wer an Ausflugsziele in Baden-Württemberg denkt, denkt vermutlich zunächst an den Bodensee, den Schwarzwald, die charmante Stadt Heidelberg oder die Landeshauptstadt Stuttgart. Doch hier gibt es noch so viel mehr zu entdecken. In der Nähe des Bodensees befindet sich zum Beispiel auch Deutschlands kleinste Mittelstadt, welche vor allem für den Hopfenanbau bekannt ist. Klein ist sie flächenmäßig dabei keineswegs, lediglich die Einwohnerzahl qualifiziert sie für den Titel. Wer in der Region unterwegs ist, könnte zum Beispiel das städtische Schloss bestaunen. Wir berichten, um welche Stadt es sich handelt.

Ganz schön wenig

Deutschland teilt alle Städte gemessen an ihrer Einwohnerzahl in unterschiedliche Kategorien ein. Nach diesem Prinzip sind Städte wie Stuttgart, Bochum oder Berlin mit mehr als 100.000 Einwohnern sogenannte Großstädte. Alle Orte, die mehr als 20.000 und weniger als 100.000 Bürger verzeichnen, gelten als Mittelstädte. Die dritte Kategorie sind Kleinstädte wie Friedrichshafen, die maximal 20.000 Einwohner zählen.

Allein in Baden-Württemberg gibt es neun Großstädte. Angeführt wird die Liste von Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe. Doch hier befinden sich auch viele Orte mittlerer Größe. Darunter ist auch Deutschlands kleinste Mittelstadt: Tettnang am Bodensee. Der Ort übersteigt die Grenze mit 20.077 Bürgern nur ganz knapp und ist damit die kleinste der insgesamt 316 Mittelstädte des Bundeslandes. Während sie im deutschlandweiten Vergleich zu den kleinen gehört, ist sie am Bodensee allerdings die drittgrößte Stadt, wenn man von der Einwohnerzahl ausgeht.

Viel Fläche

Während Tettnang am Bodensee Deutschlands kleinste Mittelstadt ist, ist sie am Bodenseekreis sogar der Ort mit der größten Fläche. Denn mit 71,22 Quadratkilometern haben die Menschen hier ganz schön viel Platz. Ein großer Teil davon dient jedoch dem Anbau von Hopfen, denn der Tettnanger Hopfen wird weltweit für das Bierbrauen verwendet. Damit zählt das südlichste Hopfenanbaugebiet in Deutschland mit einer Exportquote von 70 bis 80 Prozent zu den großen seiner Art.

Doch die Stadt hat noch mehr zu bieten. Wer den Ort besichtigt, sollte sich den Besuch des Montfortschlosses auf keinen Fall entgehen lassen. Das alte Barockschloss war früher die Residenz des Grafen Montfort und ist heute das Rathaus von Tettnang am Bodensee. Es gibt Dokumente, die den Ort das erste Mal im Jahr 882 erwähnen. Damit gehört das damalige „Tettinanc“ zu einer der ältesten Städte der Region und blickt auf eine spannende Geschichte zurück.