Gefahr für Badegäste: Im Bodensee breitet sich ein Tier rasant aus

Badesee abgesperrt.
Symbolbild

Aufgepasst: am Bodensee besteht aktuell akute Gefahr für Badegäste. Denn ein Tier breitet sich seit einiger Zeit am Seeboden des Gewässers aus. Zahlreiche Menschen berichten aufgrund dessen von Verletzungen.

Der Bodensee gehört seit jeher zu einem der beliebtesten Ferienziele in Deutschland. Vor allem im Sommer machen Familien gern in dieser Region Urlaub, denn nicht nur gibt es hier einige sehr charmante Städtchen, sondern das schwäbische Meer ist auch perfekt für eine Abkühlung geeignet. Besonders für Kinder ist das Seewasser die ruhigere und sicherere Alternative zum stürmischen Meer. Aufpassen müssen Besucher hier seit einigen Jahren trotzdem, wenn sie sich ins Wasser wagen. Denn aufgrund eines sich rasant vermehrenden Meeresbewohners besteht für Badegäste die Gefahr, sich zu verletzen.

Ganz schön scharf

Verletzungsgefahr aufgrund von Meeresbewohnern besteht in deutschen Gewässern im Vergleich zum Ausland eher weniger. Seeigel kommen an Nord- und Ostsee nur sehr selten vor und beißende Fische gibt es hierzulande auch äußerst wenige. Seit einigen Jahren breitet sich allerdings eine bestimmte Muschelart in Deutschland aus und stellt eine Gefahr für Badegäste dar.

Die sogenannte Quagga-Muschel macht es sich dabei vor allem am Grund des Bodensees bequem. Das Problem daran ist, dass Badegäste aufgrund der hohen Anzahl von Muscheln am Seeboden sehr schnell auf eines der Tiere treten können. Da die Muschelart besonders scharf ist, warnen Experten vor größeren Schnittverletzungen und Infektionen. Beheimatet sind die Tiere ursprünglich im Schwarzen Meer, allerdings geraten sie durch Zuflüsse immer öfter in den Bodensee.

Lesen Sie auch
Nach 100 Jahren: Traditionsbäckerei vorm Aus in Baden-Württemberg

Mehrere Vorfälle

Die Tatsache, dass die Muscheln sich vor allem im flachen Gewässer in kleinen Buchten niederlassen, erhöht die Gefahr für Badegäste enorm. Der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Konstanz berichtet, dass er und seine Arbeitskollegen schon mehrere Menschen mit Schnittwunden durch die Muscheln behandelt hätten. Wer dieses Jahr am Bodensee Urlaub macht, sollte also entweder sehr vorsichtig in den See laufen oder entsprechende Badeschuhe tragen.

Denn neben den schmerzenden Schnittwunden kann es laut dem Vorsitzenden auch zu allergischen Reaktionen durch die Quagga-Muschel kommen. Die mögliche Übertragung von Krankheiten wie Tetanus durch die Meerestiere ist zwar selten, aber möglich. Die Ärztin Maria-Luise-Weber vom Gesundheitsamt in Konstanz empfiehlt daher, die entsprechende Impfung, wenn nötig, aufzufrischen, bevor es ins Wasser geht.