Konzern aus Baden-Württemberg streicht Leistung für alle komplett

Bei Raumausstatter TTL aus Heidenheim gab es offenbar bereits in den vergangenen Monaten deutliche Probleme.
Symbolbild © imago/Rainer Weisflog

Tausende Angestellte haben sich gefreut, doch der Konzern streicht die geplante Leistung für Partner jetzt komplett. Für Familien in Baden-Württemberg sind das richtig schlechte Neuigkeiten.

Ein bekannter Erfolgskonzern wollte Familien die ersten Wochen mit einem neuen Baby erheblich erleichtern. Dazu war ein besonderer Bonus für Väter geplant, bei dem diese mehrere Wochen lang bezahlt zu Hause bleiben können, um die Partnerin zu unterstützen. Aus verschiedenen Gründen hat der Konzern sich jetzt allerdings umentschieden und streicht die geplante Leistung komplett. Väter gucken demnach weiterhin in die Röhre, wenn es um bezahlte Auszeiten für Familien geht. Denn auch die Regierung lässt sich mit neuen Regelungen Zeit. Wir berichten, was die Firma konkret geplant hatte und warum sie Abstand von dem Projekt nimmt.

Das wird nichts

Das erfolgreiche, internationale Softwareunternehmen SAP hatte ursprünglich ein unglaubliches Projekt angekündigt. Angelehnt an die Pläne der Bundesregierung, wollte das Unternehmen Partnern nach der Geburt eines Babys eine zweiwöchige bezahlte Partnerzeit ermöglichen. Dazu hatte das Unternehmen sich eine besondere Leistung überlegt.

Konkret wollte SAP Angestellten, deren Partnerin frisch Mutter geworden ist, ganze sechs Wochen Auszeit schenken, während sie ihr Gehalt wie üblich ausgezahlt bekommen. Nachdem die Firma die Umsetzung des Projektes im September 2023 bereits verkündet hatte, streicht sie die Leistung jetzt jedoch komplett. Und das, obwohl die Partnerzeit bereits Anfang 2024 gegeben sein sollte.

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Die Regierung lässt sich Zeit

So wie es aktuell aussieht, ist der Beginn des Partnerbonus nicht einmal nur verschoben worden. Stattdessen streicht SAP die Leistung komplett. Unter anderem begründen die Verantwortlichen das damit, dass auch die Pläne der Regierung bislang nicht umgesetzt wurden. Da es bisher keinen gesetzlich festgelegten 2-wöchigen Urlaub gibt, will auch die Firma ihre Auszeit für Partner nicht umsetzen. Ergänzt wird die Erklärung damit, dass die eigenen Pläne dahingehend überprüft werden sollen.

Scheinbar sei es für den Konzern schwierig, die globale Präsenz des Unternehmens zu gewährleisten, während zahlreiche Partner bezahlten Urlaub bekommen. Durch die Aussage „Nein, wir planen keine Umsetzung mehr“, macht SAP zudem sehr deutlich, dass das Projekt nicht aufgeschoben, sondern aufgehoben ist. Inwiefern die Regierung an ihren Plänen festhält, ist bislang unklar, denn die Umsetzung wird nach wie vor intern diskutiert.