Lichtverschmutzung: Sterne verschwinden in Baden-Württemberg

Sternenhimmel über der Stadt.
Symbolbild © istockphoto/Ivan Boryshchak

Es kommt immer häufiger zu sogenannten Lichtverschmutzungen am nächtlichen Himmel. Dadurch werden die Sterne – ganz besonders in Großstädten – immer weniger sichtbar.

Eine Studie stellte jetzt fest, dass es immer mehr Lichtverschmutzungen in Großstädten gibt. Durchgeführt wurde diese von dem Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam, der Ruhr-Universität Bochum und dem NOIRLab der National Science Foundation (NSF).

Für das Ergebnis hatten die Wissenschaftler die Bevölkerung aufgerufen, Beobachtungen des Himmels zu sammeln, aufzuschreiben und einzureichen. Von 2011 bis 2022 sammelten die Wissenschaftler mehr als 50.000 Beobachtungen, die jetzt ausgewertet wurden.

Studie zur Lichtverschmutzung: Das wurde untersucht

Dabei wurde hauptsächlich untersucht, welche Sternenkarten und Sternenbildern sich an den verschiedenen Standorten noch eindeutig erkennen lassen. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Die sogenannte Lichtverschmutzung scheint es, den Menschen immer schwerer zu machen, die Sternenbilder und damit auch die leuchtenden Himmelskörper zu identifizieren. Immer mehr Sterne scheinen zu verschwinden.

Immer mehr Sterne verschwinden

Dabei verschwinden die Sterne natürlich nicht einfach, sondern werden von dem Licht der Erde „verschluckt“. Straßenbeleuchtung, angestrahlte Denkmäler oder das nächtliche Dauerleuchten von Geschäften und Supermärkten in einer Großstadt wie Karlsruhe sorgen dafür, dass die Erde niemals schläft.

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Lichtverschmutzung bei Experten bekannt

Den Sternwarten ist das Problem der Lichtverschmutzung seit vielen Jahren bekannt. In den vergangenen Jahren haben ihre Betreiber und die dort ansässigen Wissenschaftler immer häufiger festgestellt, dass bestimmte Sterne am Himmel nicht mehr auffindbar sind. Das bedeutet für die Forschenden einen größeren technischen Aufwand, um die negativen Effekte dieser Verschmutzung abzumildern. Dazu zählen unter anderem größere und leistungsfähigere Teleskope.

Was ebenfalls helfen könnte, wäre mehr Energie zu sparen. So sieht der Sternenhimmel in unbewohnten Gegenden oder in Wäldern noch viel klarer und sauberer aus. Hier lassen sich die meisten Sternbilder noch gut mit bloßem Auge erkennen. Aus diesem Grund gibt es von der UNESCO, derzeit auch Bemühungen den Nachthimmel als schützenswert anzuerkennen.