Schule mit neuem Modell: Schüler dürfen kommen, wann sie wollen

müde Schüler in einem Klassenzimmer
Symbolbild © istockphoto/skynesher

Eltern aufgepasst: Mitten in Baden-Württemberg gibt es jetzt eine Schule mit neuem Unterrichtsmodell. Kinder, die hier angemeldet sind, dürfen selbst entscheiden, wann sie zum Unterricht kommen wollen.

Bei dem Thema Schule stehen Eltern in Deutschland mittlerweile oft vor der Qual der Wahl. Denn schon lange gibt es nicht mehr nur das eine klassische Modell. Stattdessen existieren neben Waldorfschulen mittlerweile auch zahlreiche andere private Schulen mit verschiedenen Konzepten. So hört man beispielsweise immer öfter von Draußenschulen, welche die Kinder in Verbindung mit der Natur bringen wollen. Jetzt gibt es in Baden-Württemberg zusätzlich eine Schule mit einem ganz neuen Modell. Anders ist hier nicht, wo oder wie unterrichtet wird, sondern wann. Wir berichten, was diese Schule so besonders macht.

Neue Lernmethode

Bei der Schule mit neuem Modell handelt es sich um das Gymnasium Plochingen im Kreis Esslingen. Prinzipiell handelt es sich dabei um eine ganz normale staatliche Schule mit klassischem Lernkonzept. Doch die Verantwortlichen der Schule haben sich offenbar insbesondere mit der Frage der Effizienz des Lernens auseinandergesetzt.

Denn in Bezug auf genau dieses Thema kritisieren einige Experten den typischen Lehrplan der Kinder. Sie argumentieren, dass nicht alle Schüler morgens am besten lernen könnten. Somit stelle der frühe Unterrichtsbeginn für sie einen Nachteil dar. Andere könnten sich währenddessen am frühen Morgen am besten konzentrieren. Angelehnt an diese Erkenntnis startet die Schule in Baden-Württemberg jetzt ein besonderes Pilotprojekt.

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Die Wahl

Die Schule möchte mit einem neuen Konzept testen, ob sich die Produktivität und Lernfähigkeit der Schüler verbessert, wenn sie selbst entscheiden dürfen, wann sie zum Unterricht erscheinen. Mit dem Ende der Osterferien haben die Kinder an dem Gymnasium deshalb immer dienstags und freitags die Wahl zwischen zwei Uhrzeiten. Sie können entweder um 7.50 Uhr oder erst um 9.40 Uhr zum Unterricht erscheinen.

Wichtigen Lernstoff werden die Schüler während der sechswöchigen Testphase jedoch nicht verpassen. Denn in der Zeit, in der nicht alle Schüler anwesend sind, findet lediglich eine Art freiwillige betreute Lernzeit mit verschiedenen Aufgaben statt. Erstaunlich ist, dass der Anstoß für das Pilotprojekt von den Schülern selbst kam. In einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Schule erklärten sie, dass sie den frühen Beginn nicht gut fänden. Ob sich die Produktivität der Klassen durch die Maßnahme tatsächlich steigert, bleibt abzuwarten.