Tier im Schwarzwald am Aussterben: „Hunderte Tote liegen auf den Wegen“

Ein Tal mit Wäldern und Wiesen aus der Vogelperspektive
Symbolbild © istockphoto/Meindert van der Haven

Bitte vorsichtig fahren: Sobald es draußen richtig kalt ist, lässt sich ein Tier im Schwarzwald besonders gern auf den Straßen nieder. Autofahrer haben bereits hunderte Vögel versehentlich überfahren.

Ein Tier, welches im Schwarzwald lebt, liebt es, im Winter Futter von der Straße zu picken. Was der Vogel als Nahrung betrachtet, ist jedoch nicht nur extrem schädlich für ihn, sondern bringt ihn auch in Lebensgefahr. Denn die Menschen haben es häufig eilig und rasen die Straßen entlang. Einen kleinen Vogel kann man dabei zu schnell übersehen – und dadurch sind in letzter Zeit sehr viele von ihnen zu tragischen Verkehrsopfern geworden. Wer in den Wintermonaten auf einer bestimmten Straße unterwegs ist, sollte besonders vorsichtig fahren. Wir berichten, um welches Tier es geht und wo es der großen Gefahr ausgesetzt ist.

Ganz schön mutig

Sobald es in Deutschland richtig kalt wird, kommt es häufig zu Glätte auf den Straßen. Um Unfälle zu vermeiden, verteilen die Städte fleißig Streusalz auf den kleinen und großen Straßen der Republik. Auch auf der Schwarzwaldhochstraße im Nationalpark Schwarzwald wird im Winter gestreut. Doch das wird besonders einer Tierart zum Verhängnis.

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Denn ein Tier, das im Schwarzwald lebt, pickt liebend gern das Streusalz von der Straße, weil es dieses für Futter hält. Gemeint ist der Fichtenkreuzschnabel, welchen man an seinem ungewöhnlich bunten Federkleid erkennen kann. Problematisch ist jedoch, dass die kleinen Kerlchen so in die Futtersuche vertieft sind, dass sie ihren Überlebensinstinkt scheinbar komplett ausschalten. So kamen letztes Jahr hunderte Vögeln auf der Schwarzwaldhochstraße zu Tode.

Bitte langsam fahren

Das hübsche Tier, welches vor allem im Schwarzwald beheimatet ist, wird aufgrund seiner Farbenpracht auch „Papagei des Schwarzwaldes“ genannt. Die Vorsichtigsten sind die Vögel jedoch nicht, denn im letzten Jahr blieben sie einfach stur auf der Straße sitzen, obwohl sich Autos näherten. Zahlreiche Fahrer konnten nicht schnell genug abbremsen und so kam es in den Wintermonaten von Februar bis April zu Hunderten toter Vögel.

Die Region ruft deshalb dieses Jahr dazu auf, bewusst langsam auf der Schwarzwaldhochstraße zu fahren und die Augen offenzuhalten. Autofahrer können die Tiere an ihren Farben erkennen. Während die weiblichen Vögel olivgrün gefärbt sind, strahlt das Federkleid der Männchen in Gelb, Orange oder Karminrot.