Traditionsfirma aus Baden-Württemberg will Hunderte Stellen streichen

Eine Außenansicht eines Unternehmens.
Symbolbild © istockphoto/MathieuLphoto

Eine weitere Traditionsfirma aus Baden-Württemberg hat nun Pläne offengelegt, Hunderte Stellen zu streichen. Bis zu 320 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte des gesamten Unternehmens, sind betroffen.

Im letzten Jahr haben viele Mitarbeiter in der Wirtschaft von Baden-Württemberg aufgrund des hohen Kostendrucks mit Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Viele Unternehmen in Baden-Württemberg, darunter auch eine besonders bekannte Traditionsfirma, sahen sich gezwungen, zahlreiche Stellen zu streichen oder ins Ausland zu verlegen. Auch für die Mitarbeiter des Elektronikzulieferers Diehl Controls in Wangen im Allgäu gibt es nun eine schlechte Nachricht. Das Unternehmen plant laut einem internen Schreiben bis 2026 einen Abbau von mehr als der Hälfte der derzeitigen Stellen, was bis zu 320 mögliche Jobverluste bedeuten könnte.

Abbau von sechzig Prozent der Stellen bei Diehl Controls

Die Wurzeln von Diehl Controls reichen bis zur Gründung des Betriebs Apparatebau Paul Kolb (AKO) im Jahr 1945 in Eisenharz im Kreis Ravensburg zurück. Seit 1994/95 ist das Unternehmen inzwischen Teil der Diehl-Gruppe. Mit 542 Mitarbeitern am Hauptsitz in Wangen im Allgäu steht Diehl Controls nun vor einem großen Wandel. Denn mehr als sechzig Prozent der Belegschaft sind von dem geplanten Abbau von 320 Arbeitsplätzen betroffen. Das Unternehmen betont aber, dass der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden soll.

Die Gründe für diese Sparmaßnahmen liegen einerseits in den hohen Kosten im Bereich der Produktion in Deutschland und andererseits darin, dass Hersteller von Geräten für den Haushalt vermehrt dazu übergehen, Steuerungseinheiten selbst herzustellen. Die anhaltende Krise in der Baubranche hat die Nachfrage nach Haushaltsgeräten natürlich ebenfalls weiter gedämpft. Dies spürt man auch bei Diehl Controls.

Standort im Allgäu soll weiterhin bestehen bleiben

Die angekündigte Reduzierung von Stellen bei Diehl Controls hat weitreichende Auswirkungen auf die Mitarbeiter und die Stadt Wangen im Allgäu. Obwohl das Unternehmen behauptet, keine direkten Kündigungen vornehmen zu wollen, ist der Stellenabbau dennoch ein harter Schlag. Schließlich ist die Firma einer der bedeutendsten Arbeitgeber in der zweitgrößten Gemeinde des Landkreises Ravensburg. Die Vertretung der Arbeitnehmer vor Ort plant jedoch, die Sparmaßnahmen nicht einfach hinzunehmen, und bereitet einen Fragenkatalog vor.

Trotz der erwarteten Einschnitte hat das Unternehmen vor, am Standort Wangen festzuhalten. Die Ausrichtung des Stammsitzes von Diehl Controls könnte jedoch künftig von einer Produktionsstätte zu einem Entwicklungsstandort wechseln. Infolge hoher Kosten in der Produktion haben viele Unternehmen aus dem Südwesten in der Vergangenheit Produktionsschritte ins Ausland verlagert. Diehl Controls ist mit einer Fabrik in China leider ebenfalls auf diesen Zug aufgesprungen. Die Zukunt wird zeigen, wie es mit den Mitarbeitern des Unternehmens in Wangen im Allgäu weitergeht und ob sie sich nach einem neuen Job umsehen müssen. Fakt ist: Viele Betriebe leiden unter der aktuell schwierigen Lage in Deutschland, was in vielen Fällen erhebliche Folgen für die Mitarbeiter hat.