Auch Kinder betroffen: Engpässe bei Apotheken in Karlsruhe

Medikamente im Regal.
Symbolbild © istockphoto/gorodenkoff

In den Karlsruher Apotheken kommt es immer wieder zu Lieferengpässen. Dieses Mal sind auch Kinder betroffen.

Derzeit sind alle Lager leer. Eltern versuchen verzweifelt, ein wichtiges Medikament für ihre Kinder zu bekommen. Sie müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen, denn in den Apotheken in Karlsruhe und Umgebung gibt es Engpässe.

Apotheken schlagen Alarm: Lieferengpass in Karlsruhe

Inzwischen haben die Apotheken Alarm geschlagen, weil es wieder Engpässe gibt und wichtige Medikamente nicht vorrätig sind. Derzeit ist das gesamte Sortiment an Breitspektrum-Antibiotika vergriffen. Manche kennen die Situation noch vom letzten Sommer und Herbst, als es kaum noch Fiebersaft für Kinder gab. Die Situation ist aber nicht nur punktuell dramatisch, sondern ein Spiegelbild des gesamten Marktes, der in unterschiedlichen Phasen wie leergefegt ist.

Wegen Lieferengpässen auf andere Medikamente ausweichen

Lediglich Antibiotika für spezielle Harnwegsinfekte sind derzeit noch verfügbar. Teilweise werden Kindern Präparate verschrieben, die in den Apotheken gar nicht vorrätig sind. Viele Eltern reagieren deshalb inzwischen verzweifelt. Sie klappern alle Apotheken in Karlsruhe ab, ohne das gewünschte Medikament zu bekommen. Denn wenn ein Kunde ein Medikament, in diesem Fall ein Antibiotikum, nicht bekommt, wird er in der Regel von der Apotheke weitergeschickt.

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Alternativ suchen immer mehr Nutzer im Internet nach dem dringend benötigten Medikament. Soll vor Ort nach einer Alternative gesucht werden, muss der Apotheker zunächst den behandelnden Hausarzt telefonisch kontaktieren, um zu erfahren, welches andere Medikament infrage kommt. Im Zweifelsfall erhalten die Patienten dann Präparate, die für die Therapie nicht optimal sind.

Probleme für Apotheken: Krankenkassen prüfen monatelang

Der Austausch von Arzneimitteln bewegt sich bei Antibiotika derzeit in einer rechtlichen Grauzone. Ein Austausch von Arzneimitteln ist, wenn überhaupt, nur innerhalb des gleichen therapeutischen Anwendungsgebietes möglich. Erhalten zum Beispiel Kinder ein anderes Antibiotikum, kann es sein, dass die Krankenkassen die Abgabe der Alternative als Fehler einstufen. Diese Prüfung kann bis zu einem Jahr dauern und geht zu Lasten der Apotheken.

Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bestätigt, dass es seit Herbst 2022 immer wieder zu Lieferengpässen bei Antibiotika kommt. Betroffen sind vor allem Breitband-Antibiotika für Kinder.