Gleich zwei Gefangene aus Strafvollzug bei Karlsruhe entkommen

Polizeihubschrauber im Einsatz am Himmel. Geflohene Häftlinge. Deutlich ist die Polizeimarkierung am Hubschrauber zu erkennen, der sich in die Lüfte erhebt. Im Inneren sitzen Polizisten und Einsatzkräfte.
Symbolbild ©Polizei

Das baden-württembergische Justizministerium sieht sich nach der Flucht zweier Häftlinge aus der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Einige Anwohner sind in Sorge und versuchen die aktuellen Fluchtversuche folgerichtig einzuschätzen.

In diesem Jahr kam es zu einem beunruhigenden Vorfall. Gleich zwei Häftlinge sind aus der Justizvollzugsanstalt bei Karlsruhe ausgebrochen. Genauer gesagt ereignete sich der erste Ausbruchsversuch bereits in der Nacht zu Heiligabend im vergangenen Jahr. Damals war ein 27-jähriger Häftling aus einer Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Bruchsal geflohen. Die beiden Fälle gilt es nun lückenlos aufzuklären.

Zwei Gefangene aus Strafvollzug bei Karlsruhe entkommen

In diesem Jahr soll es einen weiteren Ausbruchsversuch gegeben haben, Details dazu liegen noch nicht vor. Das Ministerium hat aber inzwischen zu den Vorwürfen Stellung bezogen. Bei den Fällen handelt es sich um Gefangene im offenen Vollzug. Hier sieht das Gesetz „verminderte Vorkehrungen“ gegen eine Flucht vor. Das Risiko, dass Gefangene im offenen Vollzug fliehen, ist demnach allgegenwärtig.

Hohes Risiko im offenen Vollzug nicht auszuschließen

In einigen Fällen sitzen die Gefangenen in Haft, weil sie zum Beispiel Geldstrafen nicht bezahlt haben. Andere arbeiten in den Geschäften der Außenstelle oder auch in der Landwirtschaft. Zieht man eine Bilanz über die letzten zwölf Jahre, so sind pro Jahr neun Gefangene aus der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe entwichen.

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Es bleibt aber auch festzuhalten, dass von diesen Gefangenen wohl keine Gefahr für die Bevölkerung ausging. Die Sorgen der Anwohner seien also unbegründet. Dies sei wohl auch der Grund, warum man die Bürger nicht sofort über einen Ausbruchsversuch informiere. Wenn innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Gefangene aus dem Strafvollzug bei Karlsruhe entkommen, läuft allerdings wohl etwas schief.

Forderung nach mehr Sicherheit wird laut

Die beruhigenden Worte des Ministeriums können die meisten nicht zufriedenstellen, da auch in der Vergangenheit immer wieder von Ausbrüchen und Entweichungen, wie sie im rechtlichen Sinne bezeichnet werden, berichtet wurde. Hier sollten wohl auch die Sicherheitsvorkehrungen im offenen Vollzug noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden, um Vorfälle dieser Art zu reduzieren.