Mega-Photovoltaikanlage: Gemeinde bei Karlsruhe lässt Bäume fällen

Eine große Photovoltaikanlage von oben an einem hellen Tag
Symbolbild © imago/Rene Traut

Eine Gemeinde bei Karlsruhe lässt Bäume fällen, weil sie angeblich zu viel Dreck machen. Ausgerechnet eine Photovoltaikanlage soll der Grund für die Fällung sein. Dabei gehörte die Baumreihe seit Jahren zum vertrauten Stadtbild.

In der Vergangenheit mussten wir immer wieder berichten, dass in Karlsruhe reihenweise Bäume gefällt wurden. Nun hat eine Gemeinde in der Nähe von Karlsruhe weitere Bäume fällen lassen, weil sie im Weg standen. Verantwortlich dafür war eine bestimmte Firma. Direkt neben dem Firmengebäude will man nämlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren. Doch die Bäume waren im Weg.

Gemeinde bei Karlsruhe lässt Bäume fällen

Seit 2019 gibt es auf dem Dach der Firma Häcker eine große Photovoltaikanlage. Auf demselben Grundstück direkt neben dem Firmengebäude steht auch eine Reihe alter Pappeln. Und genau diese Pappeln waren für die Firma ein Problem, denn sie nahmen der Photovoltaikanlage die Leistung. Die Bäume waren etwa 35 Meter hoch, wodurch sie eine große Fläche beschattet und verschmutzt haben. Die PV-Anlage konnte so nicht ihre volle Leistung entfalten. Direkt unter den Solarzellen habe sich sogar schon Humus gebildet, so Firmenchef Manfred Häcker.

Fällung der fünfzig Jahre alten Pappeln

Vor dem Arbeitseinsatz habe man die Fällung mit dem Landratsamt abgestimmt, heißt es aus der Pressestelle. Die Pappeln seien demnach noch kerngesund gewesen. Die alten Bäume standen in Weingarten, einer Gemeinde bei Karlsruhe. Es handelte sich bei ihnen um Schwarzpappeln. Gesundheitliche Probleme scheinen die Bäume nicht gehabt zu haben, im Gegenteil, sie standen dort schon seit fünfzig Jahren. Nicht selten werden diese Bäume bis zu achtzig Jahre alt.

Und noch etwas war klar: Eigentlich dürfen Bäume nur bis Ende Februar gefällt werden. Gefällt wurde aber erst Anfang März. Ein Grund dafür war der viele Regen in den Tagen zuvor. Durch die Fällung wäre wahrscheinlich ein enormer Flurschaden entstanden. Deshalb sei mit der Stadt ein späterer Fälltermin vereinbart worden. Außerdem müsse die Firma nun Ausgleichsmaßnahmen für die Fällungen vornehmen, wofür sie wiederum bis zum Herbst Zeit habe. Im November will man als Ausgleich für die Fällungen an anderer Stelle Feldahorn pflanzen.