Millionenprojekt: Stadt Karlsruhe investiert in S-Bahnen im Ausland

Eine alte S-Bahn steht auf dem Rasen
Symbolbild © istockphoto/HildaWeges

Derzeit gibt es Bestrebungen der Stadt Karlsruhe, in ein völlig neues Projekt zu investieren. Die Investition hat keinen direkten Bezug zur Region, im Gegenteil: Die Stadt Karlsruhe investiert in S-Bahnen im Ausland.

Nun werden sich wahrscheinlich viele an dieser Stelle fragen, warum die Stadt Karlsruhe in S-Bahnen im Ausland investiert. Gerade hier in Deutschland sind drastische Sparmaßnahmen geplant. Da können sich nur wenige vorstellen, dass Millionenbeträge ins Ausland fließen sollen. Doch jetzt sollen Fahrzeuge der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft auch nach Israel kommen.

Stadt Karlsruhe investiert in S-Bahnen im Ausland

Zunächst ist nur die Tochter der alten Verkehrsgesellschaft als Berater für ein spannendes Projekt in Israel tätig. Dort soll eine neue Linie gebaut werden. Es handelt sich um eine S-Bahn-Linie, die zwischen Haifa und Nazareth unterwegs sein soll. Ähnlich wie in der Region sollen die Züge über Land und in der Stadt verkehren.

Als Vorbild dient das Karlsruher Stadtbahnmodell. Jetzt will man das eigene Wissen ins Ausland transportieren. Und den Beratern ist klar, dass dieses Wissen und die Erfahrung Millionen wert sind und man sie unbedingt im Ausland weiter anwenden möchte. Denn daraus lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen, die man auch für die Systeme hierzulande nutzen kann.

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Wertvolles Wissen und Expertise für Israel

Die Stadt Karlsruhe investiert also nicht Millionen in eine Stadtbahn im Ausland, sondern ihre wertvolle Erfahrung und Fachkompetenz. In Jerusalem wurde 2011 die erste Straßenbahnlinie eröffnet, in Tel Aviv gibt es bereits eine.

Karlsruhe ist bei diesem Großprojekt von Anfang an dabei. Beteiligt ist auch Alstom aus Frankreich. Dabei handelt es sich um einen Hersteller von Schienenfahrzeugen. Vor Ort rechnet man mit 100.000 Fahrgästen, die täglich mit der S-Bahn unterwegs sein werden. Für die jetzigen Berater ist es sicher sehr spannend, das System von Anfang an aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. In Zukunft sollen 52 Fahrzeuge unterwegs sein. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen. Die Linie soll bis 2029 fertiggestellt werden. Weitere Unterstützung leistet die AVG-Tochter beim Fahrgastservice, bei der Betriebsplanung sowie bei der Gestaltung des Betriebshofes.