Ungeziefer breitet gefährliche Infektion im Kreis Karlsruhe aus

Ein Mann im Schutzanzug läuft eine Treppe hoch. Er hat eine Sprühflasche in der Hand und desinfiziert die Stufen. Er hat außerdem eine Maske an.
Symbolbild © istockphoto/dusanpetkovic

Baden-Württemberg hat als eines der ersten Bundesländer ein zentrales Informationssystem zur Erstellung regionaler Statistiken aufgebaut. Diese Statistik bezieht sich auf meldepflichtige Infektionskrankheiten. Sie zeigt unter anderem, dass sich im Landkreis Karlsruhe derzeit ein Parasit und damit eine gefährliche Infektion langsam ausbreitet.

Mit der neuen Infektionsstatistik können Ausbreitung und Gefahren besser dargestellt werden. Sie ist jetzt für jedermann frei zugänglich. Man kann alle Infektionstrends in den verschiedenen Landkreisen im Auge behalten. Und dabei fällt Folgendes auf: Im Landkreis Karlsruhe breitet sich aktuell eine gefährliche Infektion aus. Es handelt sich dabei um eine Tropenkrankheit.

Gefährliche Infektion im Kreis Karlsruhe

Ob man es glaubt oder nicht: Die Fallzahlen für das Denguefieber und Malaria sind in Baden-Württemberg gestiegen. Landesweit gab es 2024 bereits 29 Infektionsfälle von Malaria, in der Region Karlsruhe vier. Zum Vergleich: Von Januar bis März 2023 gab es keinen einzigen Fall. Beim Denguefieber wurden in den letzten Monaten 56 Infektionen gemeldet, davon zehn in der Region. Das ist eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr.

Viele werden jetzt abwinken und denken, dass sich diese Zahlen noch im Bagatellbereich bewegen. Aber Vorsicht, gerade der Anstieg und die Faktoren im Vergleich zum Vorjahr sind alarmierend. Geht man davon aus, dass sich die Zahl der Dengue-Infektionen im nächsten Jahr erneut vervierfacht, wären das landesweit bereits 224 Fälle.

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Zunahme der Infektionen durch Klimawandel begünstigt

Die tropische Infektionskrankheit kommt eigentlich in Afrika, Asien und Lateinamerika vor, nicht aber in Deutschland. Stechmücken übertragen die Krankheit. Die erste Symptome ähneln denen einer Grippe. Bei schweren Verläufen kann es zu Blutungen kommen. Im schlimmsten Fall ist ein tödliches Kreislaufversagen die Folge. Malaria wird durch Parasiten verursacht, auch hier übertragen Mücken die Krankheit auf den Menschen. Malaria kann heute gut behandelt werden, es gibt aber auch schwere Verläufe, die mit dem Tod enden.

Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation im Schnitt jedes Jahr 600.000 Menschen an Malaria. Beim Denguefieber sind es 5.000 Todesfälle pro Jahr. Derzeit geht man nicht davon aus, dass diese Infektionen in Deutschland ein großes Problem darstellen und stark zunehmen werden. Doch vor allem im Zuge des Klimawandels steigt das Infektionsrisiko auch hierzulande, da sich Ungeziefer und Insekten bei warmen Temperaturen immer leichter ausbreiten können.