Versorger macht dicht: Kompletter Stillstand ab sofort in Karlsruhe

Wirtschaft Raffinerie Miro Raffinerie Miro (Mineralölraffinerie Oberrhein) in Karlsruhe
Symbolbild © imago/Christian Ditsch

Wir hatten es bereits angekündigt. Ab sofort kommt es zu einem kompletten Stillstand in Karlsruhe. Ein Versorger macht dicht. Es folgen ein enormes Ausmaß an Maßnahmen und millionenschwere Investitionen.

Bereits am 8. April kam es in diesem Werk zum völligen Stillstand. Der Lieferant machte dicht. Wir haben es schon vor einiger Zeit angekündigt. Für die Stadt Karlsruhe bedeutet das den Ausnahmezustand. Die Auswirkungen werden in der ganzen Fächerstadt zu spüren sein.

Versorger MiRO im Stillstand

Dabei handelt es sich um ein Großprojekt im Wert von 100 Millionen Euro. Es ist eine der größten Inspektionen seit vielen Jahren. Alle sechs Jahre habe man einen solchen Ausnahmezustand und müsse abschalten. Nur so könne man auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein. Doch gleich nach dem Stillstand geht es wieder mit voller Kraft weiter.

Eines der Innenrohre des Schornsteins muss komplett saniert werden, es misst eine Länge von 108 Meter. Das geht nur mit einem speziell entwickelten Vorbau, der per Hubschrauber in die Röhre herabgelassen wird. Es ist ein hochtechnisches Verfahren, das viel Fingerspitzengefühl erfordert. Die Infrastruktur ist entscheidend, um bis zum 1. Mai überhaupt alle Arbeiten rechtzeitig fertigstellen zu können. Dafür werden 2.400 zusätzliche Arbeiter aktiv mitarbeiten.

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Keine Frage, dieser Aufwand wird nicht ungesehen an Karlsruhe vorbeigehen. Gerade die direkten Nachbarn des Werks werden wohl einiges von der Inspektion mitbekommen. Es sollen aber keinerlei zusätzliche Schadstoffe in die Luft befördert werden. Außerdem möchte man den Stadtverkehr nicht beeinträchtigen. Lediglich der Fackelbetrieb sorgt für die eine oder anderen Blendung und auch für Lärm. Ebenso müssen die Anlagen geöffnet werden, wodurch unangenehme Gerüche und laute Geräusche entstehen können.

XXL-Wartung und Inspektion – Versorger macht dicht

Hunderte von Behältern, Rohren und Wärmetauschern müssen ebenso gewartet werden wie fast 1.000 Ventile und Armaturen. Der Versorger hat sich also einiges vorgenommen. Jetzt kann man nur noch die Daumen drücken, dass die Auswirkungen nicht zu groß und alle Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden können. Denn dann macht der Versorger nicht nur dicht, sondern startet bald wieder voll durch.