Welle in Karlsruhe: Immer mehr Schuhgeschäfte müssen schließen

EIne Frau in Winterjacke mit schwarzer Tasche steht vor einem Geschäft in der Stadt. In dem Laden werden Schuhe und Taschen verkauft. An dem Schaufenster des Schuhladens hängt ein Sale Schild.
Symbolbild © istockphoto/Krezofen

In letzter Zeit mussten in Karlsruhe immer mehr Schuhgeschäfte schließen. Einst war die Stadt bundesweit die Nummer drei, wenn es um die Dichte an Schuhgeschäften ging. Diese Zeiten scheinen endgültig vorbei zu sein.

Im vergangenen Jahr hat wohl jedes zehnte Schuhgeschäft seine Pforten für immer geschlossen. Auch rund um Karlsruhe gibt es immer weniger Schuhgeschäfte. Dabei war Karlsruhe Mitte der 90er-Jahre noch eine der Hochburgen des Schuhhandels. In ganz Deutschland gab es nur zwei Städte mit mehr Schuhgeschäften. Dann kam das Internet und mit ihm die Großen wie Amazon und Zalando.

Probleme des Karlsruher Schuhhandels

Der gnadenlose Verdrängungswettbewerb durch bequemes Bestellen von zu Hause und günstigere Preise online hat die gesamte Filial- und Ladenlandschaft verändert. Nicht zuletzt die Coronapandemie mit ihren gravierenden Einschnitten und die Explosion der Rohstoff- und Energiepreise machen den Einzelhändlern das Leben schwer. Meldungen über Schließungen, insbesondere von Schuhgeschäften, sind nach wie vor an der Tagesordnung. Nicht zuletzt die Kunden müssen ihr Geld zusammenhalten. Im Preisvergleich haben die Geschäfte in der Stadt meist das Nachsehen.

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Nach Angaben des Branchenexperten Hans Jürgen Heinick vom Institut für Handelsforschung liegt der Anteil der Online-Umsätze am Gesamtumsatz bereits bei vierzig Prozent. Viele Mode- und Onlineshops bieten passend zum Outfit günstige Schuhe an. Zudem kleiden sich immer mehr Menschen in Beruf und Freizeit lässiger. Nicht zuletzt das Homeoffice hat dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach schicken und salonfähigen Schuhen zurückgegangen ist.

Schuhhandel läuft die Zeit davon

Die großen Sportmarken haben mit 25 Prozent einen enormen Marktanteil. Neben Puma, Nike und Adidas gibt es Fachgeschäfte, die sich ausschließlich auf Sportschuhe spezialisiert haben. Wer die aktuellen Entwicklungen und Trends der letzten Jahre verschlafen hat, verliert heute und muss sein Schuhgeschäft schließen. Die Nachfrage und auch die Bedürfnisse der Kunden haben sich verändert. Wer in Karlsruhe als Schuhhändler überleben will, muss sich etwas einfallen lassen, um seine Kunden zu überzeugen.