Deutschlandticket vor dem Aus – „Finanzierung wohl gescheitert“

Das 49-Euro-Ticket wird in der Hand gehalten.
Symbolbild © istockphoto/Firn

Das Deutschlandticket steht vor dem Aus. Nachdem die Finanzierung wohl gescheitert ist, steht die Zukunft des 49-Euro-Tickets auf wackeligen Füßen. Darauf müssen sich die Verbraucher nun einstellen.

Der Wirbel rund um das bundesweite 49-Euro-Ticket reißt nicht ab. Nachdem ein Landkreis im neuen Jahr aussteigt, steht das Deutschlandticket vor dem Aus. Das Verkehrsministerium bezieht erstmals Stellung. So steht es um die Zukunft.

Landkreis steigt aus

Die Deutsche Bahn macht in letzter Zeit immer wieder Negativschlagzeilen. Sei es aufgrund der Vorstands-Boni, Streiks oder das Deutschlandticket. Gerade Meldungen zu Letzterem sorgen in jüngster Vergangenheit für Aufsehen. Der Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt steigt ab dem 01.01.2024 aus. Dort ist das Ticket im neuen Jahr nicht mehr gültig, sondern die Fahrgäste müssen für die örtlichen Fahrten gesondert in die Tasche greifen. Viele Bürger stellen dieses Vorgehen infrage.

Auslöser für diese Entscheidung seien die Finanzen. Diesbezüglich kursieren schon seit längerem Diskussionen, da die Finanzierung seitens der Regierung nicht gesichert sei. Bund und Länder steuern maximal 1,5 Milliarden Euro bei, was für viele Kommunen nicht ausreicht. Stendal könne sich die zusätzlichen Kosten für das Deutschlandticket aufgrund der eigenen Verschuldung nicht weiter leisten und ist damit raus.

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Verkehrsministerium reagiert

Das Verkehrsministerium rund um Volker Wissing (FDP) kann diesen Ausstieg nicht nachvollziehen und weist jegliche Schuld von sich. Dabei entspricht der finanzielle Zuschuss von 1,5 Milliarden Euro nicht einmal der Hälfte der Gesamtkosten, wie es laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) heißt. Diese sollen sich auf etwa 4 Milliarden Euro belaufen. Somit bleibt den Kommunen keine andere Wahl, als sich für das Deutschlandticket weiter zu verschulden. Die Bereitschaft hierfür kann nach dem ersten Ausstieg kippen.

Den Bürgern stellt sich indessen die Frage, ob es nur bei dieser einen Kommune bleibt. Würden weitere dem Beispiel folgen, könnte das Deutschlandticket ganz schnell vor dem Aus stehen. Für viele Pendler, die täglich den Nahverkehr inklusive Bahnen nutzen, wäre das ein herber Verlust. Das Verkehrsministerium gibt jedoch vorerst Entwarnung. Stendal sei bisher die einzige Kommune, die solche Probleme angemerkt habe. Es bleibt abzuwarten, ob das Deutschlandticket wirklich vor dem endgültigen Aus steht oder nicht.