Dunkle Wolken: E-Auto-Laden soll bald länger dauern – Drosselung

Mann lädt E-Auto.
Symbolbild © istockphoto/SouthWorks

Das Aufladen von Elektroautos soll bald länger dauern. Bei hoher Netzauslastung ist eine Drosselung vorgesehen.

Immer mehr Menschen laden ihr Elektroauto zu Hause. Jetzt droht eine Drosselung, wenn das Stromnetz überlastet ist. Das trifft alle Bundesbürger hart.

Rationierung: E-Autos sollen bald länger laden dürfen

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat sich kürzlich an alle Bundesbürger gewandt. Wenn die Gefahr eines lokalen Stromausfalls groß ist, müssen die Ladestationen für Elektroautos gedrosselt werden. Deshalb gibt es jetzt ein Eckpunktepapier der Netzagentur. Es gibt Empfehlungen, was bei einer zu hohen Netzauslastung zu tun ist. In diesem Fall soll es eine zentrale Koordination der Stromversorgung geben. Auch von Stromrationierung ist die Rede. Die Pläne sollen bereits im Januar nächsten Jahres in Kraft treten.

Es ist aber nicht geplant, Ladegeräte und Heizungen komplett von der Stromversorgung zu trennen. Es geht vielmehr um eine Mindestversorgung bzw. Drosselung. Was ist der Nachteil, wenn das Aufladen von Elektroautos bald länger dauert? Der eigentliche Vorteil Verkehr hat sich ins Gegenteil verkehrt und wird wohl auch viele Autofahrer ins Grübeln bringen, ob die Entscheidung für ein E-Auto derzeit wirklich die richtige Wahl ist.

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Hersteller schlagen Alarm

Selbst wenn es zu einer Rationierung des Stroms käme, stünde immer noch genügend Strom für die Ladestationen zur Verfügung. Dennoch schlagen die Hersteller Alarm. Eingriffe in die Stromversorgung würden die Kundenzufriedenheit und auch die Akzeptanz nachhaltiger Konzepte stark gefährden. Zudem wird befürchtet, dass die Stromrationierung schnell zum Dauerzustand werden könnte. Man müsse nach alternativen Lösungen suchen und für eine flexible Stromnachfrage sorgen.

Gleichzeitig besteht die Forderung, die regionalen und lokalen Stromnetze zu modernisieren und schneller auszubauen. Derzeit gibt es in vielen Bereichen Wartezeiten von mehreren Monaten. Schuld daran seien langwierige und bürokratische Genehmigungsverfahren für beantragte Baumaßnahmen. Hier steht sich Deutschland wieder einmal selbst im Weg.